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Kunststoff aus CO2

Ab 2016 gibt es Kunststoff aus CO2

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Projektleiter Peter Rudolph und Construction Manager Peter Schumacher beobachten, wie der maßgefertigte Reaktor ins Zentrum der CO2-Produktionsstraße, einschwebt.
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Projektleiter Peter Rudolph und Construction Manager Peter Schumacher beobachten, wie der maßgefertigte Reaktor ins Zentrum der CO2-Produktionsstraße, einschwebt. (Bild: Bayer MaterialScience AG)

Bayer Material Science ist wieder einen großen Schritt weiter auf dem Weg, CO2 ab 2016 zur Kunststoff-Produktion zu nutzen. Dazu wird derzeit am Standort Dormagen eine Produktionsstraße errichtet, in die jetzt als Herzstück ein 25 Tonnen schwerer chemischer Reaktor eingesetzt wurde.

„Wir liegen optimal im Zeitplan“, erklärte Gesamtprojektleiter Dr. Karsten Malsch. Im Herbst soll als letztes Teil ein CO2-Tank eingebaut werden - damit geht die Montage der 15 Millionen Euro teuren Anlage dann in die Zielgerade. „Wenn alles weiter so glatt läuft, ist die Anlage Anfang kommenden Jahres betriebsbereit“, so Malsch. Der Bau hätte dann gut ein Jahr gedauert.

In der neuen Produktionsstraße will Bayer Material Science im Rahmen des Projektes „Dream Production" erstmals in kommerziellem Maßstab Kohlendioxid als Rohstoff in Polyole einbauen - zentrale Vorprodukte zur Herstellung von Schaumstoff. An dem Projekt arbeiten Forscher von Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services zusammen mit der RWE Power AG sowie der RWTH Aachen University als akademischem Partner. Die Anlage wird für ein Produktionsvolumen von 5000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Das neuartige Polyol, das rund 20 Prozent CO2 enthält, ist so konzipiert, dass es zunächst zur Herstellung von Matratzen aus Polyurethan-Weichschaum dient.

CO2 ersetzt Erdöl

Intensive Tests haben gezeigt, dass das Material mit CO2-Anteil mindestens genauso gut ist wie konventionelle Produkte. Das Kohlendioxid ersetzt dabei einen Teil des Erdöls, auf dem solche Polyole und Polyurethane üblicherweise komplett beruhen. „Die Kunststoffindustrie ist seit langem auf der Suche nach alternativen Rohstoffen, um sich von knapper werdenden fossilen Grundstoffen zu lösen“, erläuterte Malsch. Außerdem nehme in der Gesellschaft die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu. „Wir glauben, mit unserem neuen Verfahren für beide Stoßrichtungen eine Lösung anbieten zu können.“

Um CO2 in der Kunststoffproduktion verwenden zu können, war wissenschaftliche Grundlagenarbeit nötig. Diese hatte Bayer Material Science in Zusammenarbeit mit dem CAT Catalytic Center, einer Forschungseinrichtung an der Universität Aachen, geleistet. Die große Herausforderung bestand darin, einen Katalysator zu finden, der das chemisch sehr träge Kohlendioxid auf effiziente Weise zur Reaktion mit anderen Substanzen bringt. Diesen passenden Katalysator hatten die Kooperationspartner entdeckt.

Aber die Forschung und Entwicklung geht noch weiter: In Zukunft soll nach den Vorstellungen von Bayer MaterialScience der Anteil an CO2 in den Produkten weiter erhöht werden. Gleichzeitig soll die Zahl der Kunststoffe auf CO2-Basis ansteigen.

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