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Polyurethane 6. Internationale Fachtagung Polyurethane

Redakteur: Marion Wiesmann

Rund drei Monate nach der Kunststoffmesse K diskutieren 220 Experten und Anwender auf der Internationalen Fachtagung Polyurethane aktuelle Branchenzahlen und Trends.

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Albrecht Manderscheid, Vorsitzender der FSK im Gespräch mit Tagungsgästen.
Albrecht Manderscheid, Vorsitzender der FSK im Gespräch mit Tagungsgästen.
( Bild: PROCESS )

Würzburg – „Polyurethane Zukunft“, unter diesem Motto stand die 6. Internationale Fachtagung Polyurethane des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) am 29. und 30. Januar 2008 in Würzburg. Die Tagung gilt als Treffpunkt für die ganze Branche, so war auch in diesem Jahr die gesamte Wertschöpfungskette vertreten, vom Maschinenhersteller über den Rohstoffanbieter bis hin zu den Systemhäusern und Verarbeitern. 220 Tagungsgäste konnten sich in rund 20 Vorträgen über Trends informieren und im Ausstellungsbereich Kontakte knüpfen.

Umsatz von 5 Milliarden Euro in Deutschland ist überschritten

Anlässlich der Tagung veröffentlichte der FSK neue Branchenzahlen: 2007 überschritt die Polyurethanindustrie in Deutschland deutlich die 5 Milliarden-Euro-Umsatzmarke, aber auch international verzeichnete der Verband überdurchschnittliche Wachstumsraten. Die verarbeitete Menge an Polyurethan lag im Jahr 2007 bei über 0,9 Millionen Tonnen in Deutschland und bei rund 3,3 Millionen Tonnen in Westeuropa (vgl. Abb.1). Den steigenden Umsätzen stehe jedoch eine Verschlechterung der Kostenstruktur gegenüber: „Der Anteil des Materialeinsatzes von rund 36 Prozent vor drei bis vier Jahren ist mittlerweile auf weit über 40 Prozent gestiegen und hat die Kostenstruktur der Unternehmen neben den Energiekosten erheblich beeinflusst“, stellte FSK- Geschäftsführer Dr. Hans-W. Paul Schloz fest. Auf der anderen Seite hätten sich die Preise für Polyurethan-Produkte und Halbzeuge nicht wesentlich nach oben entwickelt. Die Rendite-Situation einzelner Verarbeiter sei daher trotz der guten wirtschaftlichen bzw. Exportentwicklung besorgniserregend.

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Keine Preisentspannung für Vorprodukte erwartet

Weitergeführt wurde diese Thematik von Dr. Heinz-Jürgen Büchner von der IKB Deutsche Industriebank. In seinem Vortrag sprach er über Hintergründe der aktuellen Rohstoffpreise 2008 sowie über Preistrends im Kunststoffmarkt. Sein Fazit: Bei den Preisen für Kunststoffvorprodukte in Westeuropa sei mit keiner nennenswerten Entspannung zu rechnen, eher mit einem leichten Anstieg. So liege die erwartete Spanne für Naphtha in den kommenden zwei Monaten beispielsweise zwischen 570 und 610 Euro pro Tonne (vgl. Abb.2).

Neue Ideen und Verarbeitungsbeispiele

Auf der Tagung wurde nicht nur die aktuelle wirtschaftlichen Lage beleuchtet, sondern natürlich auch viel Raum für Fachthemen eingeräumt. Im Fokus der Fachvorträge und Aussteller standen hierbei neue Ideen und Verarbeitungsbeispiele. Exemplarisch seien hier nur drei Fachbeiträge herausgegriffen: „Die Verwendung von Polyolen aus nachwachsenden Rohstoffen in Polyurethan-Weichformschäumen“ von Dr. Helmut Stegt, Dow Deutschland, „Großflächige Faserverbundbauteile“ von Dr. Thomas Mack, Rühl Puromer, sowie Christian Kapusta, Krauss Maffei, und „Einsatz der Ultraschallmesstechnik in der Polyurethanverarbeitung“ von Alexander Pauling, Institut für Kunststoffverarbeitung.

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