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Ersatzbrennstoffe im Industriepark Höchst

500.000 Jahrestonnen Abfälle in Energie umgesetzt

| Redakteur: Tobias Hüser

Läuft auf vollen Touren und hat noch freie Kapazitäten: Die Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst.
Läuft auf vollen Touren und hat noch freie Kapazitäten: Die Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst. (Bild: Infraserv Höchst)

Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die Betreibergesellschaft der Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst einen Rekordwert aufgestellt: T2C hat erstmals mehr als 500.000 t Abfall thermisch verwertet.

Frankfurt am Main – Der Rekordwert soll aber noch weiter gesteigert werden: Eine Größenordnung von bis zu 200.000 Jahrestonnen an freier Verbrennungskapazität steht noch zur Verfügung. Die Belieferung wird von Kooperationspartnern durchgeführt, die hauptsächlich in der Rhein-Main-Region ansässig sind und in hochspezialisierten Aufbereitungs- und Recyclinganlagen aus Abfall Ersatzbrennstoffe (EBS) und Materialien zum stofflichen Recycling herstellen.

Die Verwertung heizwertreicher Abfälle in der EBS-Anlage im Industriepark Höchst trägt dazu bei, dass der 4,6 km2 große Chemie- und Pharmastandort weniger fossile Brennstoffe benötigt, um die Versorgung der rund 120 Produktionsanlagen sicherzustellen. Ein Teil der Energie, die von den mehr als 90 Unternehmen am Standort benötigt wird, wird klimaneutral in der der Ersatzbrennstoffanlage erzeugt. Im vergangenen Jahr produzierte die EBS-Anlage im Industriepark Höchst mehr als 1,7 Millionen Tonnen Dampf – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 100.000 Haushalten.

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Somit ist die EBS-Anlage der Ifraserv Höchst-Tochter T2C zu einer Erfolgsstory für den Industriepark Höchst geworden – trotz technischer Probleme, die bei derartigen Großprojekten auftreten können und den Übergang in den Regelbetrieb verzögert hatten, und der Finanz- als auch Marktrisiken, mit denen das 300-Millionen-Euro-Projekt verbunden war.

Klärschlamm in Wirbelschicht-Anlagen

„Die Mengensteigerung des vergangenen Jahres ist das Ergebnis verschiedener technischer Optimierungen, mit denen die Leistungsfähigkeit unserer Anlage immer weiter gesteigert wird“, sagt Wolfgang Keßler, Geschäftsführer von T2C. Auch die Einsatzmaterialien wurden aufgrund regulatorischer Vorgaben ergänzt: Zusammen mit den heizwertreichen Ersatzbrennstoffen (EBS) verwertet T2C nun auch Klärschlamm. Klärschlamm mit EBS zu verbrennen ist doppelt sinnvoll. Neben der verbesserten Anlagenfahrweise erschließt T2C auf diese Weise auch einen zukunftweisenden Entsorgungsweg für die Klärschlämme, die in Zukunft aufgrund ihrer Belastung nicht mehr in der Landwirtschaft verwendet werden dürfen.

Mit fünf hochmodernen Wirbelschichtanlagen bietet Infraserv Höchst im Industriepark für Betreiber von Kläranlagen schon heute Entsorgungsalternativen zur landwirtschaftlichen Verbringung. In diesem Zusammenhang wird auch an dem Zukunftsthema Phosphorrecycling gearbeitet. Denn Klärschlämme enthalten wertvolle Rohstoffe, die viel zu schade für die Deponie oder den Acker sind. Ein Chemiestandort wie der Industriepark Höchst bietet mit dem umfassenden Experten-Know-how optimale Möglichkeiten, zukunftsweisende Verfahren zu entwickeln und in großindustrielle Maßstäbe zu überführen.

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Kurze Anfahrtswege und hoher ökologischer Nutzen

Durch die kurzen Anfahrtswege aufgrund der optimalen verkehrstechnischen Anbindung und die hocheffiziente Nutzung von Strom und Wärme am Standort ist der ökologische Effekt besonders groß: Der CO2-Ausstoß im Industriepark Höchst wird pro Jahr um rund 500.000 Jahrestonnen reduziert, weil das nachhaltige Energieversorgungskonzept des Standortes die Vorteile Kraft-Wärme-Kopplung konsequent nutzt und darüber hinaus die Abwärme aus Produktions- und Verbrennungsanlagen in das Versorgungsnetz eingespeist wird.

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