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Additive Fertigung (3D-Druck)

3D-Druck-Verfahren revolutionieren ganze Branchen – auch die Prozessindustrie?

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Fazit: Die Digitalisierung der Industrie treibt auch den 3D-Druck voran. Beispielsweise hat Autodesk in seinem Planungs-Tool Autocad 2017 ein eigenes Unterprogramm für den 3D-Druck integriert („Print Studio“). Doch wachsen die Bäume auch hier nicht in den Himmel: Stratasys, das führende Unternehmen im Bereich 3D-Druck, vermeldet für das 2. Quartal 2016 einen Umsatzrückgang. Ist der Hype schon am Ende? Sicher nicht, die additive Fertigung ist für Hersteller wie Betreiber bei komplexen Komponenten gewiss ein „Game Changer“. Aber beide müssen dazu die Spielregeln beherrschen.

Interview mit Fabian Strohschein, Geschäftsführer der 3D Activation

Fabian Strohschein, Geschäftsführer der 3D Activation
Fabian Strohschein, Geschäftsführer der 3D Activation (Bild: 3D Activation)

Das Unternehmen 3D Activation ist seit 2011 in Deutschland und in der Schweiz als Dienstleister in Sachen 3D-Druck aktiv. Welchen Nutzen hat die Chemie? PROCESS hat bei Geschäftsführer Fabian Strohschein nachgefragt.

PROCESS: Herr Strohschein – Hype oder Lösung? Welchen Nutzen hat der Betriebsingenieur eines Chemieunternehmens von der additiven Fertigung?

Strohschein: Er kommt sehr einfach und sehr schnell zu Bauteilen – insbesondere bei Einzelteilen, Prototypen und kleinen Stückzahlen, die in herkömmlicher Weise wirtschaftlich nicht darstellbar sind. Kunden fordern bei uns beispielsweise Greifersysteme oder auch die unterschiedlichsten Düsenformate an. Dem 3D-Druck sind natürlich auch Grenzen gesetzt: Ersatzteile, die man für zehn Euro konventionell drehen kann, wird man nicht drucken. Die additive Fertigung versteht sich als ergänzende Lösung zu konventionellen Technologien.

PROCESS: Wie schaut es aus mit den veränderten Werkstoffeigenschaften beim 3D-Druck – das Gefüge eines Werkstoffs verändert sich doch dabei?

Strohschein: Vorgaben zur Oberflächenbeschaffenheit und zu physikalischen Daten wie Zugfestigkeit können wir umsetzen. Es hängt wesentlich von der eingesetzten Drucktechnologie ab. Doch es führt kein Weg daran vorbei, gemeinsam mit dem Kunden vor und nach dem Druck des Bauteils die Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen zu überprüfen.

PROCESS: Wie sieht die Praxis aus – wie kommt der Dienstleister zum erforderlichen 3D-Modell?

Strohschein: Der Kunde liefert eine technische Zeichnung, unsere CAD-Ingenieure erstellen das 3D-Modell, und nach Kundenvorgaben wird das Produkt im gewünschten Werkstoff oder in Varianten gefertigt. Das hört sich einfacher an als es ist: Bei der additiven Fertigung reicht es nicht, eine Datei hochzuladen und dem Drucker zuzuführen. Für ein professionelles Ergebnis ist eine Menge Erfahrung und Einblick in die verschiedenen Technologien erforderlich. Beispielsweise ist es bei vielen Bauteilen durchaus von Bedeutung, in welcher Orientierung die Modelle gedruckt werden – ob auf der Seite liegend, stehend oder um 45° gedreht. Dies ist vor allem für die Nachbehandlung entscheidend, da das überschüssige Material oder Stützstrukturen aus Kanälen wieder entfernt werden müssen.

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