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Länderreport Indonesien

20 Milliarden Dollar für Indonesiens Petrochemie

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Anstehende Projekte im Überblick

Die Gesellschaft PT Chandra Asri des Großunternehmers Prajogo Pangestu plant Investitionen von insgesamt 2,3 Milliarden Dollar. Das Megaprojekt umfasst die Errichtung von drei neuen Petrochemie-Werken, einem Lagertank sowie einer Erdölraffinerie. Vorgesehen ist unter anderem der Bau einer Extraktionsanlage für Butadien mit einem Investitionswert von 100 Millionen Dollar. Mit den zusätzlichen Kapazitäten sollen nicht nur die steigende inländische Nachfrage bedient, sondern auch neue Exportchancen genutzt werden. In diesem Zusammenhang weist das Unternehmen auf Liefermöglichkeiten hin, die sich im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen zwischen dem südostasiatischen Staatenbund ASEAN und der VR China ergeben.

Derzeit produziert PT Chandra Asri jährlich 525.000 t Ethylen, 240.000 t Propylen und 250.000 t Polyethylen (PE). Ein weiterer bedeutender Produzent im Midstream-Bereich ist die PT Peni mit einer Jahreskapazität von 450.000 t PE. Zu wichtigen Midstream-Herstellern zählen auch die Firmen PT Polychem Indonesia (Jahreskapazität 300.000 t) und PT Titan Petrokimia Nusantara (250.000 t).

Größere Projekte verfolgt ferner das Unternehmen PT Bakrie Energy International, das 300 Millionen Dollar in den Downstream-Bereich investieren will, um Flüssiggas (LNG), chemische Düngemittel und Ammoniak herzustellen. Dem Vernehmen nach ist das Unternehmen der Bakrie-Gruppe derzeit auf der Suche nach geeigneten Standorten für die geplanten Werke. Der landesweit größte Hersteller von PP-Harzen, die PT Tri Polyta Indonesia, verfolgt ebenso Expansionspläne. Das Unternehmen wird angesichts der steigenden Nachfrage seine jährliche Produktionskapazität mit Investitionen von 300 Milliarden Rp um 30 Prozent auf 480.000 t erhöhen. Das neue Werk in Cilegon (Provinz Banten) soll Anfang 2011 in Betrieb gehen. Der Marktanteil von PT Tri Polyta Indonesia am PP-Markt beträgt derzeit rund 40 Prozent.

In der PP-Sparte bauen auch andere Marktakteure ihre Kapazitäten aus. Die Jahresleistung von PT Polytama Propindo soll von derzeit 286.000 t bis Mitte 2010 auf 436.000 t PP steigen. Die staatliche Erdölgesellschaft PT Pertamina errichtet in Balongan ein PP-Werk, dass mit einer Kapazität von 250.000 jato im Jahr 2012 die Produktion aufnehmen soll. Außerdem plant die Gesellschaft PT Trans Pacific Petrochemical in Tuban eine Anlage, die ab 2013 jährlich 300.000 t PP erzeugen soll.

Die umfangreichen Investitionen in die PP-Produktion werden mit den günstigen Marktaussichten begründet, die sich aus den vielfältigen Aktivitäten in der Kunststoff verarbeitenden Industrie ergeben. Die PP-Nachfrage in Indonesien erhöhte sich im Zeitraum 1999 bis 2008 im Durchschnitt um 5,6 Prozent pro Jahr. Sie wird 2011 voraussichtlich 1,1 Millionen t erreichen. Nach Projektionen von INAplas wird die einheimische PP-Produktionskapazität bis 2013 auf 1,5 Millionen t pro Jahr steigen. Dies bedeutet eine Zunahme von 130 Prozent gegenüber den 655.000 t im Jahr 2008.

Nachbarländer profitieren

Von den günstigen Absatzperspektiven in Indonesiens Petrochemie-Sektor profitieren auch Projekte in den Nachbarländern. So errichtet der US-amerikanische Ölkonzern ExxonMobil derzeit den größten integrierten Petrochemie-Komplex von Singapur, der noch 2010 in Betrieb gehen soll. Dort sollen jährlich 1 Millionen t Ethylen, 1,3 Millionen t PE und 450.000 t PP produziert werden.

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