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Explosionsschutz

Wirtschaftlicher Explosionsschutz ist nur mit einem Gesamtkonzept möglich

| Redakteur: Manja Wühr

Für eine ganzheitliche Betrachtung des Explosionsschutzes empfiehlt es sich mit erfahrenen Erxperten zusammenzuarbeiten.
Für eine ganzheitliche Betrachtung des Explosionsschutzes empfiehlt es sich mit erfahrenen Erxperten zusammenzuarbeiten. (Bild: Bild: © freshidea; © T. Michel/Fotolia.com)

Wird Explosionsschutz als blindes Umsetzen von Normen verstanden, kann es oft unnötig teuer werden. Erst eine ganzheitliche Betrachtung der Anlage, die das Zusammenspiel der einzelnen Anlagen­elemente und deren individuelle Anordnung im Produktionsbetrieb berücksichtigt, führt zu wirtschaftlichen Lösungen.

Turnkey-Lösungen sind eine praktische Sache. Einzelne Bereiche sind bereits aufeinander abgestimmt und der Betreiber kann diese ohne weiteren Aufwand sofort betreiben. Doch Achtung: Die Komplettlösung entbindet den späteren Betreiber nicht davon, sich auch um den Explosionsschutz zu kümmern. Das stellt immer mehr Betriebe vor große Herausforderungen. „In der Industrie sind erfahrene und fachkundige Experten im Bereich des Explosionsschutzes Mangelware“, stellt Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Director Explosion Safety bei Rembe, fest. Das hat seine Tücken. Denn „Explosionsschutz wird oftmals eher als Anwendung von Regelwerken und Normen anstelle echter und vor allem wirtschaftlicher und anwendungsbezogener Lösungen verstanden“, so Lottermann.

Heute gibt es für viele verfahrenstechnische Anlagen Explosionsschutzkonzepte. Somit ist es relativ einfach, Anlagenteile gemäß dem jeweiligen anlagenbezogenen Schema F zu schützen. Explosionsschutzexperten hingegen bewerten zunächst immer die Notwendigkeit des Explosionsschutzes – so ist nicht jede Anlage mit konstruktiven Maßnahmen zu versehen, nur weil ein explosionsfähiges Gemisch im Inneren vorliegt. Bei Sieben beispielsweise sind in der Regel keine geräteeigenen Zündquellen gegeben – ein kons­truktiver Explosionsschutz ist damit in den wenigsten Fällen, trotz der hohen Wahrscheinlichkeit explosionsfähiger Atmosphären innerhalb der Siebe, erforderlich.

Dennoch gilt es auch hier, den ganzheitlichen Blick nicht zu vergessen: Gerade in Kombination mit vorgeschalteten Trocknern bilden sie oftmals eine extrem gefährliche Kombination. Durch die Taumel- bzw. Rotationsbewegung der Siebe können in Trocknern erzeugte Glimmnester, die oft mechanische Förderer „überleben“ und dort nicht zünden, spätestens hier aufgebrochen werden und zu einer Explosion führen. Kons­truktiver Explosionsschutz an Sieben ist daher in derartigen Fällen erforderlich, stellt aber gerade innerhalb von Gebäuden die verantwortlichen Sicherheitsingenieure vor Herausforderungen. Die Pendelbewegungen erfordern meist individuelle, vibrationstechnisch entkoppelte Lösungen auf Basis flammenloser Druckentlastungen. Andere Schutzprinzipien wie Explosionsunterdrückungssysteme können oft nicht angewendet werden, da aufgrund der eingebauten Siebdecks das Löschpulver nicht homogen innerhalb des Siebes verteilt werden kann.

Auch wenn konstruktive Schutzmaßnahmen unumgänglich sind, lohnt sich der Blick auf die gesamte Anlage. So lässt sich mit kleinen Änderungen der Behälterabstände oder geschicktem Rohrleitungsleitungsengineering unter Berücksichtigung der geprüften Einbauabstände von Entkoppelungssystemen sparen.

Ergänzendes zum Thema
 
Statement: Johannes Lottermann, Rembe: „Anlagen im ureigentlichen Sinne absichern“

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