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Branchenbericht Chemie der Commerzbank

Wann kommt das Aus für Europas Basischemie?

| Autor: Anke Geipel-Kern

(Bild: anekoho - Fotolia)

Hohe Energiekosten und Verlagerung der Grundstoffchemie nach Asien und in den Nahen Osten. Die Chefs europäischer Chemiekonzerne müssen sich künftig warm anziehen. Kommt es so, wie die Branchenexperten der Commerzbank in ihrem neuen Branchenreport prophezeien, wird die Chemie Basischemikalien künftig nur noch für den Eigenbedarf produzieren.

Die Megafusion von Dow und Dupont, die Übernahme von Syngenta durch einen chinesischen Konzern, schlechte Jahreszahlen bei BASF – die Stimmung in Europas Chemiebranche war schon mal besser. Und jetzt streuen auch noch die Branchenexperten der Commerzbank Salz in die Wunden europäischer Konzernlenker. Der gerade erschienene Branchenreport Chemie 2016 legt einige strukturelle Schwächen der europäischen Vorzeigebranche offen. Reach, hohe Energiepreise und ein Absatzmarkt, der kaum noch wächst – damit müssen BASF, Bayer und Co. momentan fertig werden. Die Frage ist nur wie?

China kommt

„Die Wachstumszentren der Chemieindustrie verschieben sich von den Industriestaaten in Regionen mit starker wirtschaftlicher Entwicklung (Schwellenländer, besonders China) oder niedrigen Rohstoff- und Energiekosten (Golfregion, USA)“, erklärt Jürgen Reinisch Branchenanalyst der Commerzbank im Bereich Industries Research bei der Veröffentlichung des jüngsten Branchenberichtes Chemie.

Auch wenn die Ölpreisflaute den Unternehmen erst einmal eine Atempause verschafft hat und die Anlagen wieder wettbewerbsfähig macht. Über kurz oder lang wird sich die Produktionslandschaft verändern. Der Kapazitätsausbau der Basischemikalien in China und im nahen Osten gehe zu Lasten Europas, sagt Reinisch. Grundchemikalien werden seiner Überzeugung nach mittelfristig nur noch zur Deckung des Eigenbedarfs in Europa hergestellt.

Große Gewinner werden Spezialchemiekonzerne wie Evonik, Clariant oder Wacker sein, deren Bedeutung wachsen soll. Die Branchenexperten der Commerzbank prognostizieren der europäischen Spezialchemie in 2016 in Deutschland einen Produktionszuwachs von knapp 3 Prozent.

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