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Engineeringsoftware

TIA Portal V14: Auf dem Weg zur digitalen Fabrik

| Autor / Redakteur: Annemarie Lötzsch* / Matthias Back

Die neue Version 14 des TIA Portals soll Time-to-Market verkürzen, die Produktivität erhöhen und mehr Flexibilität bieten.
Die neue Version 14 des TIA Portals soll Time-to-Market verkürzen, die Produktivität erhöhen und mehr Flexibilität bieten. (Bild: Siemens)

Mit V14 des TIA Portals ist Siemens auf dem Weg zur digitalen Fabrik. Das Tool verringert weiter den Aufwand für Engineering, Schnittstellenpflege sowie Datenmanagement und reduziert redundante Arbeitsabläufe. Neben neuen Engineeringlösungen bietet V14 mehr Transparenz und optimiert die Produktentwicklung weiter.

Immer mehr Hersteller nutzen die Digitalisierung von Entwicklungs- und Produktionsprozessen mit dem Ziel, ihre Maschinen und Anlagen ein entscheidendes Stück flexibler, effizienter, produktiver und dadurch auch wettbewerbsfähiger zu machen. Sie brauchen dazu leistungsfähige Werkzeuge, um Automatisierungslösungen weiter zu entwickeln, die Performance ihrer Anlagen zu optimieren und den Lebenszyklus ihrer Produkte zu verbessern. Mit dem TIA Portal Version 14 bietet Siemens Entwicklungen, die den Prozess der Digitalisierung in vielfältiger Weise unterstützen. Denn Anwender stellen immer höhere Ansprüche an ihre Engineeringsoftware. Mit einem Software-Tool sollen möglichst viele Engineeringaufgaben erledigt und so der Aufwand für Schnittstellenpflege und Datenmanagement so gering wie möglich gehalten werden.

In der Version 14 des TIA Portals hat Siemens das Projektieren und Programmieren noch durchgängiger und einheitlicher gestaltet. Ergebnis ist eine universell nutzbare Engineering-Plattform für alle Komponenten einer Automatisierungslösung mit Verbesserungen bei Usability und Performance: Angefangen bei Controllern und Peripherie, über die Bediengeräte (HMIs) bis zu Umrichtern und Motoren. Auch projektübergreifende Aufgaben wie die Maschinen- und Personensicherheit (Safety) sowie der Daten- und Zugriffsschutz (IT-Security) lassen sich so unter einem Dach realisieren. Darüber hinaus können Anwender jetzt auch anspruchsvolle Motion-Control-Aufgaben ohne separate Software lösen. Kernkomponenten des dafür maßgeschneiderten Lösungspakets im TIA Portal ist der neue Technologie-Controller Simatic S7-1500T und der profinetfähige Servoantrieb Sinamics V90-PN. Damit kann zum Beispiel ein absoluter Getriebe- oder Kurvenscheibengleichlauf komfortabel im gewohnten Simatic-Umfeld umgesetzt werden.

Das Engineering dieser neuen Funktionen erfolgt u.a. im neuen integrierten Kurvenscheibeneditor, der durch eine grafische Bedienoberfläche und integrierte Optimierungsmodelle auch Nicht-Spezialisten die Tür für anspruchsvollere Motion-Control-Lösungen öffnet. Möglich ist nun auch gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Programmierer an einem Projekt, das wahlweise auf einem separaten Multiuser-Server oder auf dem Rechner eines Team-Mitglieds abgelegt werden kann. Die Option TIA Portal Multiuser Engineering koordiniert dabei den Zugriff und synchronisiert die Daten. So lassen sich Automatisierungsaufgaben sowohl geräte- und objektorientiert wie auch funktionsorientiert umsetzen. Der gleichzeitige Zugriff ermöglicht paralleles Arbeiten sowie eine flexible Arbeitsteilung.

Um redundante Arbeitsschritte und somit Fehlerquellen zu reduzieren, bietet das TIA Portal mehrere Funktionen. Die Option Simatic Visualization Architect SiVArc automatisiert die mehrfache Projektierung der Visualisierung gleicher oder ähnlicher Komponenten. Dazu sind einmalig die Definition der Templates sowie ein Festlegen der entsprechenden Verwendungsregeln notwendig. SiVArc generiert dann automatisch nach den festgelegten Regeln die entsprechende Visualisierung und verknüpft dabei die HMI-Variablen mit den zugehörigen Steuerungsvariablen. Über das öffentliche Application Programming Interface (API) TIA Portal Openness haben Anwender außerdem die Möglichkeit, das Engineering im TIA Portal mittels DLLs mit einer eigenen Applikation zu automatisieren. Daneben unterstützt die neue Simatic-CPU 1518 ODK (Open Development Kit) als erster modularer Advanced Controller das Programmieren in C/C++. Mit dieser Programmiersprache lassen sich auch komplexere Funktionen ohne ein zusätzliches PC-basiertes Entwicklungssystem direkt im TIA Portal umsetzen.

Redundante Arbeitsabläufe reduzieren

Zweiter Schwerpunkt der Aktualisierung ist das Angebot, die verschiedenen Arbeitsabläufe in der Produktentwicklung noch stärker als bisher zu digitalisieren und zu verknüpfen und zugleich auch virtuell abzubilden. Das reduziert redundante Arbeitsabläufe sowie den Kommunikations- und Abstimmaufwand während des gesamten Produktlebenszyklus und erhöht die Produktqualität durch neue Simulationsmöglichkeiten.Ein Ziel aller Programmierer ist, Steuerungsprogramme schon während des Engineerings zu prüfen und somit Planungssicherheit und eine hohe Programmqualität zu gewährleisten. Ein Schlüsselelement dabei ist die Option Simatic S7-PLCSIM Advanced, der digitale Zwilling einer Simatic S7 1500T/F.

Mit diesem virtuellen Controller lassen sich PLC-Programme einschließlich I/O-Signale simulieren und optimieren. In das Procedere können auch sicherheitsgerichtete Funktionen einbezogen werden. Dies erlaubt ganzheitliche Simulationen in einem Durchlauf. Über ein offenes Application Programming Interface (API) zu Co-Simulations-Systemen, in denen das Anlagenverhalten sowie die Mechanik einer Maschine abgebildet werden, können auch komplexere Automatisierungslösungen vorab virtuell getestet werden. Auf diese Weise lassen sich Fehler im Zusammenspiel von Anlagenteilen schon in einem frühen Entwicklungsstadium finden und beheben, und zwar mit dem digitalen Modell der Maschine.

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