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Studie Chemieindustrie

Risikofaktor: Rohstoffe stehen auf der Agenda der Chemie-Manager ganz oben

| Redakteur: Dominik Stephan

Der Umsatz stagniert – und das, obwohl der niedrige Ölpreis eigentlich wie eine Konjunkturspritze wirken sollte.
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Der Umsatz stagniert – und das, obwohl der niedrige Ölpreis eigentlich wie eine Konjunkturspritze wirken sollte. (Bild: VCI)

Deutschlands Chemie-Manager sind unzufrieden – Nicht nur mit die schwächelnde Weltwirtschaft, auch die Standortbedingungen in Deutschland geben der Branche Anlass zur Sorge. Besonders das Thema Rohstoffe bestimmt die Agenda in den Führungsetagen, ergab eine aktuelle Studie.

Das Bild, das die aktuelle Trendstudie Chemonitor zeichnet, fällt deutlich aus: Zum ersten mal seit drei Jahren ist die Zufriedenheit der Branche mit dem Standort Deutschland rückläufig – und das deutlich: Bei der aktuellen Befragung bewerteten 80 % der Top-Chemiemanager den Standort Deutschland mit „gut“ oder „sehr gut“. Ein deutliches Minus von 8 % gegenüber der letzten Befragung im Oktober 2015, wie die Beratungsagentur Camelot mitteilte.

Ihr eigenes Geschäft bewerten die Firmenlenker dabei positiver: Trotz der negativen Entwicklung bei den Standortbedingungen bleibt die Geschäftsprognose der Branchenexperten im Vergleich zur vorangehenden Umfrage stabil. Mit 84 % bzw. 74 % der Befragten rechnen ebenso viele Chemiemanager wie im Oktober mit einem steigendem Umsatz bzw. Ergebnis für ihr Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten.

Wirtschaftliche Bilanz der Chemiebranche 2015

Besonders der niedrige Ölpreis wirkt sich dabei wie eine unverhoffte Konjunkturspritze aus – doch das könnte sich lediglich als Atempause für die Branche erweisen, glauben die Studienmacher: „Der aktuell weiter sinkende Ölpreis verbessert die Wettbewerbssituation der deutschen Chemieindustrie auf ein Niveau vergleichbar dem vor Beginn der Fracking-Welle in den USA. Auch wenn dies kurzfristig erfreulich ist, sollten sich Chemiemanager nicht in Sicherheit wiegen, denn langfristige Wettbewerbsvorteile lassen sich nur durch strukturelle Veränderungen erreichen“, erklärte Dr. Josef Packowski, Managing Partner bei Camelot Management Consultants.

Zuverlässigkeit geht vor billig: Die Versorgung entscheidet

Befragt nach Einflussgrößen bei der Rohstoffbeschaffung, die sich in den vergangenen Jahren auf den Unternehmenserfolg ausgewirkt haben, antwortete jeweils die Hälfte der Manager mit „rechtliche Auflagen und Vorschriften“ (53 %), „Ölpreis“ (52 %) oder „Rohstoffverfügbarkeit“ (50 %). In großen Unternehmen, die ihre Rohstoffe weltweit beschaffen, spielen darüber hinaus „geopolitische Entwicklungen“ eine Rolle.

Unabhängig von der Unternehmensgröße ist für die befragten Chemiemanager Zuverlässigkeit (98 % der Gesamtnennungen) wichtiger bei der Auswahl des geeigneten Lieferanten als der Preis (83 %). Für die Entscheider in großen Unternehmen ist zudem die Compliance des Lieferanten ebenso wichtig wie der Rohstoffpreis.

Rohstoffpreis kein Schreckgespenst mehr?

Stärker denn je beschäftigt die Chemiemanager die Identifizierung von Risiken in der Beschaffung. „Intelligente, digitale Lösungen zur Unterstützung von Marktanalysen und Risiko-Monitoring werden zukünftig zum Pflichtprogramm eines jeden Chemieunternehmens gehören“, sagt Camelo-Partner Dr. Sven Mandewirth. Dies bestätigt auch das Ergebnis der aktuellen Chemonitor-Befragung: Danach wollen jeweils über 60 % der Manager noch in diesem Jahr Maßnahmen für mehr Marktwissen über Rohstoffe und deren Anbieter sowie zur Abwehr von Risiken bei der Rohstoffbeschaffung umsetzen.

Gelassen sind die Umfrageteilnehmer bezüglich des Preisrisikos bei der Rohstoffbeschaffung. Neun von zehn Befragten gehen von moderat steigenden oder stabilen Rohstoffpreisen in den kommenden zwölf Monaten aus. 7 % der Entscheider rechnen gar mit sinkenden Preisen für Spezialchemikalien, dem wichtigsten Rohstoff der deutschen Chemie.

Die Studie von Camelot Management Consultants in Zusammenarbeit mit Chemanager kann auf www.camelot-mc.com kostenfrei bezogen werden.

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