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1,7 Millionen Euro Investition

Richard Geiss erweitert Lösemittel-Aufbereitungsanlage in Offingen

| Redakteur: Tobias Hüser

Hier befindet sich die Lösemittel-Tanklagerung bei Richard Geiss.
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Hier befindet sich die Lösemittel-Tanklagerung bei Richard Geiss. (Bild: Richard Geiss)

Nach der Inbetriebnahme einer 800 m2 großen Halle und einer neuen High-End-Entfettungsanlage im Herbst 2016, packt Richard Geiss am Firmensitz in Offingen jetzt das nächste Großprojekt an: Das Lösemittel-Recyclingunternehmen investiert in den kommenden Monaten gut 1,7 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Lösemittel-Aufbereitungsanlage.

Offingen – Mit dieser Kapazitätserweiterung will das Familienunternehmen der steigenden Nachfrage am Markt gerecht werden und zugleich die Qualität seiner Produkte steigern. Mit zwei zusätzlichen Destillationskolonnen kann Richard Geiss eine noch größere Bandbreite an Stoffen recyceln und eine noch höhere Reinheit der Destillate garantieren.

„Seit über zwei Jahren erhalten wir deutlich mehr Anfragen für Destillationsaufträge und Lohnaufarbeitungen, als wir überhaupt verarbeiten können, unser Lager ist zu 120 % ausgelastet und platzt aus allen Nähten. Da ist es nur logisch, dass wir in dieses Geschäftsfeld investieren, zumal wir von vielen Kunden gebeten wurden, noch mehr Altware als bisher für sie aufzubereiten“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Bastian Geiss. Richard Geiss hat sich auf die Aufbereitung von hochreinen Lösemittel-Destillaten und deren Rückführung in ein funktionierendes Kreislaufsystem spezialisiert.

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Bereits in den vergangenen Jahren investierte das weltweit agierende Recyclingunternehmen immer wieder in die Prozessoptimierung am Standort Offingen: ein neues Labor, ein neues Container-Terminal und zuletzt eine neue Halle mit moderner Entfettungsanlage. Im März wird mit den ersten Stahlbauarbeiten begonnen, bis September 2017 soll die neue Recycling-Anlage dann in Betrieb genommen werden.

Recycling-Kapazität wird um 60 % gesteigert

Mit der Erweiterung der Aufbereitungsanlage steigert das Unternehmen seine Recycling-Kapazitäten im Bereich der halogenfreien Lösemittel um mehr als 60 %. Das entspricht im Jahr rund 7.000 t mehr an verschmutzten Lösemitteln, die zu hochreinen Destillaten aufbereitet werden können. Durch die beiden neuen Destillationskolonnen und deren technischen Weiterentwicklung kann das Familienunternehmen zudem seine Liste an zu destillierenden Stoffen im Vergleich zur alten Anlage deutlich ausweiten. Dank eines höheren Vakuums kann Energie beim Betreiben der Anlage gespart werden, dies ermöglicht zudem eine höhere Reinheit der Destillate und damit eine noch bessere Qualität der Geiss-Produkte.

Richard Geiss verarbeitet Altwaren aus 15 europäischen Ländern und liefert die hochwertig aufbereiteten Destillate in über 40 Länder weltweit. Die Qualitätsprodukte des Unternehmens werden in der Textilreinigung, in der Oberflächenreinigung sowie in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Gerade auch in der Industrie spielt das Thema „Nachhaltigkeit“ eine immer größere Rolle. Wenn Unternehmen in ihrer Kreislaufwirtschaft auf Frischware verzichten und stattdessen auf recycelte Lösemittel setzen, können zwischen 46 und 92 % an CO2-Emissionen eingespart werden. Das bestätigt die Studie „Carbon Footprints of Recycled Solvents“, die von der European Solvent Recycler Group (ESRG) an der University of Manchester in Auftrag gegeben wurde.

Neben dem ökologischen hat die Recycling-Kreislaufwirtschaft vor allem auch einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil: Zum einen sind Lösemittel-Destillate kostengünstiger als Neuware, zum anderen machen sich Unternehmen unabhängig von Preisschwankungen für Frischware. „Wenn sich der Preis für Lösemittel aufgrund von Rohstoffengpässen verzehnfacht, was durchaus schon passiert ist, stehen Unternehmen vor einem echten Problem. Wer auf Destillate setzt, kann dagegen langfristig preisstabil kalkulieren“, verdeutlicht Bastian Geiss.

Aufbereitung und Weitertransport in einem

Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, der Aufbereitung von Lösemitteln, kümmert sich Richard Geiss auch um den Abtransport der Altware sowie um die Lieferung der aufbereiteten Destillate. Die Spezialfahrzeuge des firmeneigenen Transport- und Logistiksystems verfügen über spezielle Sicherheitssysteme für einen gefahrlosen Transport der Lösemittel. Darüber hinaus bietet der Recycling-Spezialist eine kompetente Anwendungsberatung für den Lösemitteleinsatz sowie umfassende Laborleistungen für Lösemittelanwendungen und Lösemittelpflege.

Seit vergangenem Jahr hat das Familienunternehmen sein umfangreiches Dienstleistungsspektrum um ein weiteres Geschäftsfeld erweitert und bietet außerdem die prozesssichere Lohnentfettung für Kleinteile und Baugruppen bis zu einer Größe von 1.200 mm x 800 mm x 970 mm an. Über die Perchlorethylen-Lösemittelanlagen können stark verölte oder benetzte Metallteile wie Stanz- und Stanzbiege-, Drahtbiege-, Tiefzieh- oder Fließpressteile absolut prozesssicher gereinigt werden. Die Lohnentfettung ist damit besonders für industrielle Anwender aus dem Automobil-, Anlagen-, Maschinen- und Werkzeugbau interessant.

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