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Trendbericht anlässlich 20 Jahre PROCESS

Pumpen und Kompressoren – Strömungsmaschinen im Wandel

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Die vergangenen 20 Jahre waren bei Pumpen und Kompressoren durch evolutionäre Entwicklungsschritte geprägt.
Die vergangenen 20 Jahre waren bei Pumpen und Kompressoren durch evolutionäre Entwicklungsschritte geprägt. (Bild: Sulzer Pumpen)

Welche Entwicklungen prägten in den zurückliegenden 20 Jahren die Strömungsmaschinen? – Abgesehen von technischen Innovationen war es vor allem auch ein Paradigmenwechsel: Planer und Betreiber blicken nicht mehr allein auf das einzelne Produkt, sondern wählen den umfassenden Systemansatz.

Dreht man das (Lauf-)Rad der Pumpen- und Kompressorengeschichte 20 Jahre zurück, fällt als erstes auf: Was heute in aller Munde ist, war bereits damals ein Highlight: das Thema Energieeffizienz. So präsentierte bereits 1994 Atlas Copco die erste integrierte Drehzahlregelung für einen Kompressor. Diese wegweisende Neuerung ermöglichte Energieeinsparungen bis 35 %. Grundfos hat sogar bereits seit 1991 Pumpen mit integriertem Frequenzumformer im Programm – Technik zur Energieeinsparung ist also kein Kind der neueren Zeit. Sie ist seit der politisch ausgerufenen Energiewende nur medial präsenter als damals.

Ebenfalls bereits seit den 1990er Jahren diskutiert wird die Integration von Überwachungssystemen in die Pumpe zum rechtzeitigen Erkennen von ungeplanten Betriebsbedingungen. Doch während die Hersteller das Pumpen-Monitoring engagiert vorantreiben, ist bei den Anwendern noch viel Aufklärungsarbeit über den Nutzen einer Pumpenüberwachung erforderlich. In der Praxis werde noch immer lieber mit einer redundanten Pumpe gearbeitet als mit einer (teuren) Überwachung, war bzw. ist damals wie heute zu hören.

Zuverlässigkeit schlägt Investitionskosten

Frühzeitige Weichenstellung Nr. 3: Bereits die Achema 2000 zeigte, dass die Hersteller von Pumpen und Kompressoren sich immer mehr vom reinen Produktangebot lösen: Der zuverlässige Anlagenbetrieb hat dabei eine höhere Priorität als nur auf den ersten Blick günstige Investitionskosten. Während die angestrebte Orientierung am Kundennutzen natürlich nur lokal erfolgen kann, müssen die Hersteller bei der Fertigung bzw. Beschaffung aus Kostengründen über die Landesgrenzen schauen: Speziell die Global Player bündeln bestimmte Fertigungskapazitäten bevorzugt in Niedriglohnländern; das internationale Sourcing von Teilen ist längst auch für kleinere Anbieter zum Standard geworden. Die externe wie auch die interne Logistik wird dabei nicht einfacher – der Kunde akzeptiert schließlich weder in den USA noch in Europa lange Lieferzeiten.

Interessant sind auch die Angebote, die um die Jahrtausendwende (beinahe verschämt) als „Light“-Variante einer bisherigen Baureihe angeboten werden: Abgespeckte Technik, die offenbar die Wünsche der Anwender besser trifft als die vorherige Heavy-duty-Serie. Viele Anbieter setzen auf weltweite Produktplattformen und Produktstrukturen, gleichzeitig reduzieren sie die Komplexität.

Dr. Jürgen Holdhof, geschäftsführender Gesellschafter der Edur Pumpenfabrik, beschreibt die Entwicklung der Technik so: „Pumpen gibt es seit langer Zeit. Doch erst die letzten 20 Jahre haben in Bezug auf Wellenabdichtung, Werkstoffe, Prozesssicherheit und Nachhaltigkeit Innovationssprünge ausgelöst und gleichzeitig den Forschungsbedarf für die nächsten 20 Jahre festgeschrieben.“ Mit Blick auf das eigene Unternehmen stellt Holdhof fest, dass heute zur Beherrschung kritischer Medien Mehrphasenpumpen zur Verfügung stehen, die nicht nur Gasanteile in der Flüssigkeit, sondern auch Feststoffe mitfördern. Zur Prozesssicherheit trage auch eine große Auswahl an Werkstoffen bei. Trockenlaufsicherheit und/oder Leckagefreiheit sei durch geeignete Dichtungssysteme gesichert. Und er ergänzt: „Nachhaltigkeit umfasst nicht nur Energieeffizienz, sondern auch den Umwelt-Fußabdruck.“

Was sind die „großen“ Entwicklungen bei Kompressoren? Neugierig? Dann weiter zur nächsten Seite!

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