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Turnaround im Chemiewerk

Praxiserfahrung ist beim Turnaround das A und O

| Autor / Redakteur: Katharina Jung / Matthias Back

Peter Goth, Sachverständiger vom TÜV Süd Chemie Service mit Kollegen vor Ort. Viele unterschiedliche Firmen arbeiten gemeinsam an einem erfolgreichen Turnaround.
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Peter Goth, Sachverständiger vom TÜV Süd Chemie Service mit Kollegen vor Ort. Viele unterschiedliche Firmen arbeiten gemeinsam an einem erfolgreichen Turnaround. (Bild: Tüv Süd)

Chemieanlagen werden regelmäßig komplett heruntergefahren. Bei diesen sogenannten Turnarounds werden Teile der zu prüfenden Anlagen ausgebaut, gewartet und wieder zusammengesetzt. Dabei werden gesetzlich vorgeschriebene und weitere Prüfungen, vor allem auf Basis der Betriebssicherheitsverordnung, sowie Reparaturen durchgeführt. So ein Großprojekt muss gut organisiert sein – der richtige Servicepartner hilft dabei.

Wenn die einen Maschinen ruhen, kommen die anderen erst auf Hochtouren: Bei einem so genannten Turnaround in Chemieanlagen, wie im vergangenen September im Chemiewerk in Böhlen, passiert das alle drei bis fünf Jahre. Anlagen, Kompressoren, Pumpen und Turbinen stehen still, aber Kräne und Hebebühnen sind in Bewegung – während der Sicherheitsprüfungen durch die TÜV Süd Chemie Service und während Reinigungen, Reparaturen und Erneuerungen laufen.

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„Wo die Kräne stehen, da ist die Action“, sagt Reiko Hass, Turnaoround-Manager im Dow-Werk Böhlen, beim Rundgang über das Gelände der Chemie-Anlagen nahe Leipzig. Das 320-ha-Grundstück ist zu dieser Zeit gespickt mit Kränen und Gerüsten. Deswegen ist das Fahrradfahren in den Anlagen, anders als sonst, verboten. Rund 30 Kräne ragen in den blauen Himmel. Überall liegen auseinander genommene Teile – von Armaturen über Rohre bis hin zu Kesseln. Als Turnaround, Stillstand, Großabstellung oder Shut Down wird das regelmäßige Herunterfahren von Chemie-Anlagen bezeichnet. Dabei betont der Begriff Turnaround vor allem die lange Vorlaufzeit von 30 Monaten. Sie startet direkt nach dem vergangenen Turnaround wieder aufs Neue. Dazu passt, dass jedes einzelne Teil der zu prüfenden Anlagen einmal „umgedreht“, also ausgebaut, gewartet und wieder zusammengebaut wird.

Bis zum Essgeschirr ist alles durchgeplant

Der Begriff Stillstand dagegen verdeutlicht den Stillstand des regulären Betriebs: Normalerweise arbeiten diese Anlagen 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche und nur wenige Menschen betreten dabei das Gelände. Aber alle drei bis fünf Jahre werden die Anlagen heruntergefahren, um gesetzlich vorgeschriebene und weitere Prüfungen – vor allem auf Basis der Betriebssicherheitsverordnung – sowie Reparaturen vorzunehmen. Der Zeitraum wird auf Basis der „stillstandrelevanten“ Maßnahmen seit dem vorangegangen Turnaround berechnet: in diesem Fall 1,5 Monate.

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