Worldwide China Indien

VHCF7-Konferenz

Materialermüdung für viele Werkstoffe noch immer ein Problem

| Redakteur: Tobias Hüser

Teilnehmer der VHCF7 in Dresden
Teilnehmer der VHCF7 in Dresden (Bild: Susanne Bachofer, DVM)

Vom 3. bis 5. Juli diskutierten in Dresden rund 140 Vertreter aus Wissenschaft und Industrie über Implikationen der Materialermüdung bei sehr hohen Lastspielzahlen (Very High Cycle Fatigue = VHCF). Die Konferenz VHCF7 bot ein breites Spektrum an Themen – von den Schädigungsmechanismen, den experimentellen Methoden, der Simulation des Werkstoffverhaltens, der statistischen Versuchsauswertung bis hin zum Einfluss der Belastungsarten und der Umgebungsbedingungen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es die Festigkeitspotentiale der Werkstoffe bis an ihre Grenzen hin „auszureizen“ gilt, wenn die Ressourcenknappheit weiter voranschreitet.

Dresden – Der zuverlässigen Vorhersage der Bauteillebensdauer insbesondere im Bereich sehr hoher Lastspielzahlen kommt damit eine ganz besondere Bedeutung zu. Aus den aktuellen Konferenzbeiträgen wurde einmal mehr deutlich, dass eine Vielzahl an Werkstoffen keine „echte“ Dauerfestigkeit aufweisen und die Schwingfestigkeit und die zugrundeliegenden Schädigungsmechanismen nicht ohne Weiteres aus experimentellen Befunden für niedrigere Lastspielzahlen abgeleitet werden können.

Um zuverlässige und statistisch auswertbare Daten zu ermitteln bedarf es der Hochfrequenzermüdungsprüftechnik, wie sie auch am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik zur Verfügung steht. Prof. Martina Zimmermann arbeitet bereits über 10 Jahre auf diesem Gebiet und kennt das gesamte Spektrum an offenen Fragestellungen zu dieser Thematik. Es war ihr daher eine große Freude als Gastgeberin der Konferenz wesentlich zum Erfolg derselben beizutragen. Gemeinsam mit Ihrem Co-Chair Prof. Hans-Jürgen Christ von der Universität Siegen und dem DVM (Deutscher Verband für Materialforschung und -prüfung) gelang es ihnen ein Programm mit insgesamt 95 Beiträgen, von denen 5 als Plenary Talks und 7 als Keynote Lectures ausgewiesen waren, aus insgesamt 15 Nationen nach Dresden zu holen.

Vorträge zu Materialwissenschaft und Werkstofftechnik

Im Nachgang zur Konferenz konnte das Fraunhofer IWS noch zwei hochrangige US-amerikanische Wissenschaftler zu aktuellen Themen auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik gewinnen. So berichtete Prof. Tresa Pollock von der University of California Santa Barbara über „Rapid Acquisition of 3D Data at the Mesoscale for Structural and Functional Materials“. Die zunehmende Notwendigkeit neuer Strategien zur 3-D-Charakterisierung des Werkstoffgefüges unter Zuhilfenahme innovativer Methoden für ein High-Throughput-Screening wurde von Pollock eindrucksvoll am Beispiel der Kombination von hochauflösender Elektronenmikroskopie in Verbindung mit Femtosekunden-Laser-Oberflächenabstrag im Sinne einer schnellen, seriellen Herstellung von Querschliffen vorgestellt.

Prof. John Allison von der University of Michigan (UofM) berichtete von dem an der UofM neu eingerichteten Prisms Center. Prisms steht hierbei für „Predictive Integrated Structural Materials Science”. Das Center hat es sich zur Aufgabe gemacht eine einzigartige wissenschaftliche Platform zur schnellen Vorhersage der Eigenschaften und des Verhaltens von Konstruktions- und Funktionswerkstoffen zu schaffen, indem es die Expertise aus experimentellen Forschungsarbeiten und der Werkstoffsimulation miteinander verknüpft, öffentlich zugänglich macht und im Sinne von „Big Data“ der Community einen virtuellen Softwarepool und Datenspeicher über Instituts- und Landesgrenzen hinweg zur Verfügung stellt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44786278 / Forschung&Entwicklung)