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Länderreport Slowakei

Deutschland profitiert von wachsender slowakischer Chemieindustrie

21.09.12 | Autor / Redakteur: Gerit Schulze, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Der Markt für Chemieerzeugnisse legte in der Slowakei 2011 um zweistellige Prozentsätze zu. Für 2012 prognostiziert Germany Trade and Invest anhaltendes Wachstum.
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Der Markt für Chemieerzeugnisse legte in der Slowakei 2011 um zweistellige Prozentsätze zu. Für 2012 prognostiziert Germany Trade and Invest anhaltendes Wachstum. (Bild: wikimedia commons)

Die Fahrzeugindustrie in der Slowakei boomt und mit ihr die chemische Zulieferindustrie. Germany Trade and Invest erwartet weiteres Marktwachstum, wovon auch die deutsche Chemieindustrie als wichtiger Exporteur profitieren würde.

Bratislava – Der slowakische Chemiemarkt hat ein erfolgreiches Jahr 2011 hinter sich. Die Umsätze legten wertmäßig mit zweistelligen Prozentsätzen zu. Dank der florierenden Fahrzeugindustrie dürfte die positive Entwicklung besonders bei Kunststoff- und Gummiproduzenten anhalten. Dagegen liefert die Bauwirtschaft derzeit nur wenige Impulse. Dennoch wird für 2012 ein weiteres Marktwachstum erwartet. Darüber können sich vor allem deutsche Hersteller freuen, die zu den wichtigsten Lieferanten von Chemieprodukten gehören.

Marktentwicklung/-bedarf

Der slowakische Markt für chemische Erzeugnisse legte 2011 wertmäßig mit zweistelligen Prozentsätzen zu. Davon profitierten Inlandshersteller und Importeure gleichermaßen. Vor allem die starke Automobilindustrie bringt den Chemiebetrieben gute Aufträge. Die Pkw-Produktion stieg 2011 um ein Fünftel auf 670.000 Fahrzeuge. Für 2012 wird dem Land ein Sprung auf 925.000 Autos zugetraut. Das beschert Herstellern von Gummi- und Kunststofferzeugnissen volle Auftragsbücher. Zur guten Lage trägt auch die weiter wachsende Elektronikindustrie des Landes bei.

Bauwirtschaft

Weniger Impulse sind dagegen von der Bauwirtschaft zu erwarten. Das Bauvolumen in der Slowakei sank 2011 real um 1,7%. In den ersten beiden Monaten 2012 verbuchte der Bausektor sogar ein Minus von 8% gegenüber der Vorjahresperiode. Damit geht auch der Bedarf an Chemieprodukten wie Dämmstoffen, Farben und Baumischungen zurück.

Pharma

Bei pharmazeutischen Erzeugnissen nahm das Marktvolumen 2011 um 14% auf knapp 1,5 Mrd. Euro zu. Ausländische Anbieter dominieren den Sektor. Die einheimischen Hersteller produzieren dagegen überwiegend für den Export.

Gesamtwirtschaftlicher Aufschwung

Gesamtwirtschaftlich wird für die Slowakei 2012 eine deutlich positivere Entwicklung erwartet als für viele europäische Nachbarländer. Die Regierung geht von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,3% (Zuwachs 2011: 3,3%) aus. Importe und Exporte legten in den ersten beiden Monaten 2012 noch einmal deutlich zwischen 5 und 8% zu.

Die neue sozialdemokratische Regierung will den Haushalt konsolidieren und erhöht vor allem für Besserverdienende und Großunternehmen die Steuern. Neue Projekte in Form von Public Private Partnerships (PPP) sollen die Bauwirtschaft beleben.

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