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Energiegewinnung

K+S Kali und Enerstorage errichten Power-to-Heat-Anlage

| Redakteur: Tobias Hüser

Enerstorage ist Pionier für Power-to-Heat (PtH) im industriellen Maßstab. Seit 2012 konzipiert, finanziert und vermarktet das Unternehmen PtH-Anlagen an Industriestandorten mit großem Wärmebedarf von mindestens 10 MW.
Enerstorage ist Pionier für Power-to-Heat (PtH) im industriellen Maßstab. Seit 2012 konzipiert, finanziert und vermarktet das Unternehmen PtH-Anlagen an Industriestandorten mit großem Wärmebedarf von mindestens 10 MW. (Bild: Enerstorage)

Der Standard- und Spezialdüngemittelhersteller K+S Kali errichtet derzeit an seinem Standort in Zielitz eine Power-to-Heat-Anlage mit einer Leistung von 15 MW. Die Bauzeit beträgt rund sechs Monate. Den gesamten Prozess von der Planung, dem Bau bis zur Vermarktung der Flexibilität am Regelleistungsmarkt übernimmt Enerstorage.

München – Noch 2016 soll die Power-to-Heat-Anlage von K+S Kali für den Regelleistungsmarkt präqualifiziert werden und damit ihre Flexibilität zur Sicherung der Netzstabilität bereitstellen. Der bei Regelleistungsabruf am Standort in Zielitz erzeugte Dampf wird für die Produktionsanlagen genutzt. In Zielitz werden pro Jahr etwa 12 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Daraus werden jedes Jahr rund zwei Millionen Tonnen verkaufsfähige Endprodukte wie Kalidüngemittel, Kaliumchlorid für industrielle Anwendungen und Produkte in Lebensmittel- und Futtermittelqualität produziert.

„Die Power-to-Heat-Anlage von K+S ist aktuell eine der größten industriellen Anlagen in Deutschland“, sagt Tobias Assmann, Mitgründer und Geschäftsführer von Enerstorage. „Power-to-Heat-Anlagen wie diese sind ein wichtiges Rückgrat angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energiegewinnung. Denn der dafür eigentlich erforderliche Netzausbau hinkt deutlich hinterher, so dass kurzfristig überschüssig produzierter Strom immer häufiger und stärker die Netzstabilität gefährdet.“

Contractingmodelle beliebt für Power-to-Heat Anlagen

Weil der Einsatz von Power-to-Heat stark von politischen und sich ständig ändernden regulativen Rahmenbedingungen abhängt, sind Contractingmodelle wie das von Enerstorage beliebt. Hierbei bleibt die Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit und den Betrieb der Anlage bei Enerstorage. Als Standortpartner stellt das Industrieunternehmen einen Platz für die Power-to-Heat-Anlage und ihre Integration in lokale Wärmenetze zur Verfügung und erzielt umgekehrt feste Zusatzerlöse, ohne investiert zu haben.

Der große Vorteil von Power-to-Heat im Vergleich zu anderen Flexibilitätsmaßnahmen im industriellen Energiemanagement ist, dass hier nicht in Produktionsprozesse eingegriffen wird. Die Anlage ist vielmehr der Produktion nachgelagert. Zudem kann Power-to-Heat bei Ausfall der betrieblichen Dampferzeugung als Notversorgung einspringen und damit als Backup-Lösung dienen.

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