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Studie: Energiewende

Kosten für Energiespeicher sinken deutlich bis 2030

| Redakteur: Tobias Hüser

Bis 2025 wird die Kapazität von Solar- und Windenergie in Europa reichen, um 90 Prozent des Spitzenstrombedarfs zu decken.
Bis 2025 wird die Kapazität von Solar- und Windenergie in Europa reichen, um 90 Prozent des Spitzenstrombedarfs zu decken. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Speicher sind für die Energiewende unverzichtbar, denn sie kompensieren die witterungs- und saisonabhängigen Schwankungen von Windkraft und Photovoltaik. Mit leistungsfähigen Energiespeichern können die erneuerbaren Energieträger trotz ihrer Volatilität optimal genutzt werden. Allerdings sind die derzeitigen Speichertechnologien mit Kosten von mehr als 100 Euro pro Megawattstunde Speicherkapazität immer noch zu teuer und technisch oft nicht ausgereift. Die neue Roland Berger-Studie zeigt jedoch, dass sich der Markt für Speichertechnologien bis zum Jahr 2030 gründlich ändern wird.

Frankfurt – „Der Erfolg der Energiewende ist ohne Energiespeicher nicht denkbar und deshalb werden diese Technologien verstärkt in den Markt drängen", erklärt Torsten Henzelmann. Der Partner von Roland Berger erwartet bis 2030 einen starken Innovationsschub, deutlich sinkende Kosten und somit profitable Geschäftsmodelle für Speichersysteme. Die Roland Berger-Experten analysieren in ihrer Studie verschiedene Technologien in 12 internationalen Fallbeispielen und zeigen dabei die Einsatzmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit von Speichern.

So ist zum Beispiel im Norden Chiles ein Pumpspeicherkraftwerk mit 300 Megawattstunden Kapazität geplant, das die Schwankungen einer lokalen Photovoltaikanlage ausgleichen soll. Kombiniert sollen beide Systeme Bergbauunternehmen zuverlässig mit Elektrizität versorgen und sich wirtschaftlich ohne Subventionen tragen. Auf Kodiak Island, einer Insel in Alaska, garantieren Batterien die Integration erneuerbarer Energien ins Netz. Zudem entstehen auf der Insel durch zwei elektrisch betriebene Kräne zusätzliche Energiebedarfsspitzen, die die Netzstabilität gefährden. Diese Spitzen konnten durch einen Schwungradspeicher aufgefangen werden, der das Batteriesystem entlastet und dessen Lebenszeit verlängert.

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„Für die verschiedenen Bedürfnisse entlang der Wertschöpfungskette der Energieindustrie sind unterschiedliche Speichersysteme gefragt", erklärt Henzelmann. „Netzbetreiber benötigen hoch flexible Speicherkapazitäten, um auf plötzliche Energiespitzen schnell reagieren zu können. Dagegen benötigen Stromversorger große Speicher, um mit langfristig stabilen Preisen profitabel zu wirtschaften." So können sie überschüssigen Strom aus Erzeugungsspitzen - bei Photovoltaikanlagen im Sommer - günstig speichern und diesen über den Stromhandel in Zeiten knapper Energieproduktion und höherer Marktpreise - zum Beispiel im Winter - wieder gewinnbringend ins Netz einspeisen. Deshalb rät Henzelmann: „Energieversorger sollten mit Netzbetreibern Einspeisebedingungen definieren, um im Anschluss von den hohen Preisschwankungen der Erneuerbaren am Strommarkt zu profitieren."

Neue Geschäftsmodelle entstehen

Weitere Geschäftsmodelle entstehen zudem durch den intelligenten Einsatz von Batteriesystemen. Zum Beispiel könnten Netzbetreiber einzelne Batteriespeicher digital vernetzen, um einen dezentralen Großspeicher zu schaffen. Dieser könnte dann bei Versorgungsengpässen helfen. Durch die neuen Möglichkeiten entsteht auch neuer Wettbewerb für die Energieversorger: „Bei allen untersuchten Speichertechnologien erwarten wir durch die sinkenden Technologiekosten neue Konkurrenten im Markt", sagt Henzelmann. „Ihre alternativen Geschäftsmodelle werden die Strategien der etablierten Energieversorger in Frage stellen."

Speichertechnologien werden außerdem weitere Auswirkungen auf andere Branchen haben - zum Beispiel bei der Power-to-X-Technologie. So könnte für die Chemieindustrie unerwartete Konkurrenz durch Stromversorger entstehen: Diese könnten mit der überschüssigen Energie Gase wie Wasserstoff oder Ammoniak herstellen und auf dem Markt anbieten. Chemieunternehmen und Energieversorger sollten deshalb die technologische Entwicklung genau verfolgen und potenziell Partnerschaften eingehen. „Energieversorger und Netzbetreiber sollten sich jetzt schon Gedanken darüber machen, wie sie von den neuen Technologien profitieren können, um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben", so Henzelmann.

Die Studie können Sie auf der Roland Berger-Webseite herunterladen.

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