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Abwasseraufbereitungsanlage

Kompakte vollautomatische Komplettlösung für alkalische Abwasser

| Autor / Redakteur: Christian Schmitt* / Manja Wühr

Die Neutralisationseinheit besteht aus einem Vorratsbehälter, der Neutralisationsanlage, einer Steuerung und einer Sicherheitswanne.
Die Neutralisationseinheit besteht aus einem Vorratsbehälter, der Neutralisationsanlage, einer Steuerung und einer Sicherheitswanne. (Bild: Friatec)

Alkalische, aber auch saure Abwasser müssen vor dem Einleiten in die Kanalisation neutralisiert werden. Häufig steht für die notwendigen Abwasseraufbereitungsanlagen nicht genügend Raum zur Verfügung. Doch es geht auch kompakt.

In Forschung und Industrie fallen in vielen Bereichen saure oder alkalische Abwässer an. Zum Schutz von kommunalen Abwassernetzen und Kläranlagen ist der Betreiber solcher Einrichtungen verpflichtet, die Grenzwerte der örtlichen Entsorgungsunternehmen einzuhalten. Doch was tun, wenn der Platz für eine den speziellen Anforderungen entsprechende Abwasserbehandlungsanlage nicht gegeben ist? Vor dieser Herausforderung stand auch ein Labor aus dem Raum Heidelberg: Im Rahmen eines Laborumbaus sollte die bestehende Anlage zur Neutralisation von stark alkalischen Abwässern erneuert werden. Der Geschäftsbereich Fridurit Labortechnik von Friatec konnte eine auf die Anforderungen abgestimmte Lösung erarbeiten. Ergebnis ist eine platzsparende und vollautomatische Abwasseraufbereitungsanlage:

  • Die Abwässer aus einem Probebecken münden in einen zentralen Sammelschacht unter dem Fußboden. Dieser Schacht dient als Absetzbehälter für grobe Verschmutzungen und hat ein Volumen von rund 2500 Liter. Im Schacht befinden sich eine kontinuierliche Füllstandmessung und eine Pumpe zur Förderung der Abwässer in den Vorratsbehälter.
  • Ein Vorratsbehälter puffert die Abwässer, die aus dem Schacht gepumpt werden. Über eine automatische Zulaufsteuerung werden die Abwässer aus dem Vorratsbehälter in die Neutralisationsanlage geleitet.
  • Eine Neutralisationsanlage behandelt die Abwässer und pumpt sie anschließend in den vorhandenen Abwasserkanal.
  • Eine kompakte Steuerung beinhaltet die Absicherung der elektrischen Komponenten, die Steuerung der Pumpe im Sammelschacht, den Messumformer für die pH-Endkontrolle sowie die Registrierung der pH-Werte von pH-Endkontrolle und Neutralisationsanlage.
  • Die gesamte Einheit steht auf einer Sicherheitswanne, die in der Lage ist, das gesamte Flüssigkeitsvolumen aus dem Vorratsbehälter und der Neutralisationsanlage inklusive der Dosierchemikalien aufzunehmen. Die nahtlos gesinterte PE-Wanne ist durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) für die Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten zugelassen.

Kompakte Steuerung

Die Fridurit-Neutralisationsanlage C100 ist das Herzstück der Abwasserbehandlungsanlage zur Neutralisation von sauren und alkalischen Abwässern. Mithilfe der elektronischen Steuerung und des speziell konstruierten Misch-/Pump­aggregats arbeitet sie schnell, zuverlässig und vollautomatisch. Die schlauch- und pumpenlose Zuführung der Reaktionschemikalien über Dosierventile bietet maximale Sicherheit gegen Verunreinigungen durch Säure oder Lauge. Die eingeleiteten Abwässer aus dem Vorratsbehälter werden nach Erreichen des maximalen Füllstandes durchmischt. Aus den Vorratsbehältern wird Säure bzw. Lauge dosiert, bis der pH-Wert im Reaktionsbehälter innerhalb der eingestellten Grenzen stabil ist. Danach wird die neutrale Flüssigkeit in die Kanalisation gepumpt. Eine zusätzliche, unabhängige pH-Messung in der Abpumpleitung kontrolliert dabei die ordnungsgemäße Einhaltung der Grenzwerte. Im Fall einer Anlagenstörung löst diese so genannte Endkontrolle einen Alarm aus, wenn die Grenzwerte über- bzw. unterschritten werden. Für die dazu notwendige pH-Messung im Ablauf wurde ein spezielles Gefäß konstruiert, welches eine Austrocknung des pH-Sensors während längerer Betriebspausen verhindert und gleichzeitig eine homogene Durchmischung der zu messenden Flüssigkeit garantiert.

Die kundenspezifische Steuerung der Schachtpumpe und die weiteren Komponenten wurden in einem kompakten Wandverteiler untergebracht. Sämtliche für den Nutzer wichtigen Informationen sind über das integrierte Touchpanel abrufbar. Neben dem Anlagenzustand in der Grundmaske sind Funktionen hinterlegt, die es ermöglichen, Parameter wie Schaltpunkte der Schachtpumpe oder Überwachungszeiten projektspezifisch anzupassen. Eine Alarmliste dokumentiert mögliche Störungszustände sämtlicher Komponenten mit Datum und Uhrzeit. Der Bildschirmschreiber registriert den pH-Wert der Endkontrolle, den pH-Wert der Neutralisationsanlage sowie den Füllstand des Abwasserschachts. Die Werte werden netzausfallsicher und manipulationssicher auf einer elektronischen Speicherkarte abgelegt und können durch einen PC oder über die integrierte Ethernet-Schnittstelle ausgelesen werden.

* Der Autor ist Industriemeister Elektrotechnik, Division Keramik bei Friatec.

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