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Studie „Jobzufriedenheit 2016“

Jeder zweite Deutsche kurz vor dem Absprung in einen neuen Job

| Redakteur: Matthias Back

Jeder zweite Deutsche steht kurz vor dem Absprung: 44 Prozent der deutschen Arbeitnehmer möchten ihren Job wechseln, das ergab die Studie „Jobzufriedenheit 2016“.
Jeder zweite Deutsche steht kurz vor dem Absprung: 44 Prozent der deutschen Arbeitnehmer möchten ihren Job wechseln, das ergab die Studie „Jobzufriedenheit 2016“. (Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

Schauen Sie sich Ihren Kollegen einmal ganz genau an: Wie glücklich wirkt er mit seinem Job? Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Wahrscheinlichkeit, dass er gern kündigen würde, ist hoch! Denn nur jeder zweite Deutsche ist mit seinem Job zufrieden. Woran das liegt, zeigt jetzt die Studie „Jobzufriedenheit 2016“.

Unternehmen müssen sich in Sachen Karriereförderung, Familienfreundlichkeit und flexible Arbeitszeiten ran halten: Nur jeder zweite Angestellte in Deutschland ist mit seinem Job zufrieden, fast ebenso viele würden in den kommenden zwölf Monaten wechseln.

Gründe für die Unzufriedenheit der Arbeitnehmer gibt es viele: So bemängeln 87 Prozent der Befragten, dass es bei ihrem aktuellen Arbeitgeber keine professionelle Karriereförderung gibt. In zwei Drittel der Firmen finden nicht einmal regelmäßige Personalgespräche oder Weiterbildungen statt. Auch in Sachen Familienfreundlichkeit zeigt die Studie, dass sich viele Unternehmen nicht ausreichend kümmern. Vorteile zeigt die Studie in Richtung Digitalisierung. Diese bereitet der Arbeitswelt keine Sorgen.

Familie und Beruf unter einem Hut

Auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist es schlecht bestellt: 73 Prozent der Angestellten bewerten ihren Arbeitgeber als nicht familienfreundlich. Flexible Arbeitszeiten für Mitarbeiter mit Kindern gibt es in der Mehrheit der Firmen, 72 Prozent, nicht. In deutschen Unternehmen sind flexible Arbeitszeiten für Eltern nach wie vor ein seltenes Gut. Nur 28 Prozent der Betriebe bieten ein familienkompatibles Arbeitsmodell an. Mehr als ein Drittel der Arbeitgeber (36 Prozent) ergreifen nicht eine einzige Maßnahme, um Familien zu unterstützen. Ein solches Verhalten kann sich schnell negativ auf die Betriebsergebnisse und das Arbeitsklima auswirken:

„Heute erwarten Frauen wie Männer ausreichend Zeit und Energie für die Familie. Das geht nicht ohne Unterstützung des Arbeitgebers, wenn beide Elternteile arbeiten“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland. „Viele Firmen haben das zwar erkannt und werben mit Familienfreundlichkeit - stecken in der Umsetzung von Maßnahmen aber fest.“

Mehr persönliche Betreuung gewünscht

Nur 18 Prozent der Unternehmen pflegen den Kontakt zu Mitarbeitern in Elternzeit und laden diese beispielsweise zu Firmenveranstaltungen ein. Vorbilder auf Führungsebene gibt es nur in 15 Prozent der Firmen, die meisten leitenden Angestellten nehmen keine besondere Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen. Nur jedes zehnte Unternehmen bietet Unterstützung beim Thema Kinderbetreuung an, etwa durch eigene Betreuungsmöglichkeiten oder Hilfe bei der Suche nach einem Kita-Platz.

Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel in Deutschland

„Die Unternehmen müssen nicht jede erdenkliche Unterstützung anbieten“, so Brune. „Aber es sollte grundsätzlich ein familienfreundliches Klima etabliert werden, in dem auch Flexibilität akzeptiert und gelebt wird. Sonst wandern wichtige Schlüsseltalente zu Wettbewerbern ab oder fangen gar nicht erst an.“

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