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Wiens Life-Science Szene

Internationale Pharmakonzerne investieren in Österreich

| Redakteur: Manja Wühr

Josef Penninger, Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA): „Diese neuen Medikamente sind ein kompletter 'Game-Changer' in der Krebstherapie. Wir sehen Daten, die bisher unvorstellbar waren."
Josef Penninger, Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA): „Diese neuen Medikamente sind ein kompletter 'Game-Changer' in der Krebstherapie. Wir sehen Daten, die bisher unvorstellbar waren." (Bild: IMBA/Hans Krist)

2015 war für die Wiener Life-Science Szene ein Boomjahr. Gleich mehrere internationale Pharmakonzerne haben am Standort Wien investiert. Aber auch der Staat stärkt die hiesige Forschungsinfrastruktur. Lesen Sie hier, welche Projekte abgeschlossen wurden und welche noch laufen.

Wien/Österreich – Für den Wiener Life Science- und Biotech-Sektor war 2015 ein hervorragendes Jahr. Einige noch junge Life-Science-Unternehmen konnten mit namhaften Pharmakonzernen Deals mit einem Gesamtvolumen von mehr als 700 Millionen Euro abschließen. So hatte beispielsweise Anfang 2015 der Pharmariese Roche das fünf Jahre junge Wiener Biotech-Unternehmen Dutalys gekauft und dafür bis zu 500 Millionen Dollar (abhängig von Milestones in der Entwicklung) zugesagt. Dutalys liefert laut Roche-Forschungschef John Reed eine „bahnbrechende Technologie“ zur Erzeugung von Antikörpern und wurde vor der Übernahme jahrelang durch diverse öffentliche Förderprogramme unterstützt.

Im Sommer 2015 ging dann das junge Wiener Forschungsunternehmen Apeiron eine umfangreiche Kooperation in der Krebsforschung mit dem deutschen Wirkstoffentwickler Evotec und dem französischen Pharmariesen Sanofi ein. Ziel des Deals mit einem Volumen von bis zu 200 Millionen Euro ist die gemeinsame Entwicklung innovativer Wirkstoffe für die Krebs-Immuntherapie - einer der vielversprechendsten neuen Therapieansätze in der Onkologie, für den Apeiron weltweit führendes Know-how besitzt. Josef Penninger, Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften und Mitbegründer von Apeiron bekundet: „Diese neuen Medikamente sind ein kompletter 'Game-Changer' in der Krebstherapie. Wir sehen Daten, die bisher unvorstellbar waren."

Boehringer Ingelheim investiert am Standort Wien

Das deutsche Pharmaunternehmen Böhringer Ingelheim konzentriert seine Krebsforschung seit über 15 Jahren am Standort Wien. Nun investiert es 50 Millionen Euro in ein neues Gebäude des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) am Vienna Biocenter. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant. „Das IMP hat sich einen Fixplatz unter den weltweit führenden Instituten im Bereich molekularbiologischer Forschung erarbeitet. Diese Leistung würdigt Boehringer Ingelheim nun auch durch die Investitionsentscheidung in Form eines neuen Institutsgebäudes,“ so Philipp von Lattorf, Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna.

Außerdem werden am Wiener Standort des Konzerns weitere 500 Millionen Euro in eine neue biopharmazeutische Produktionsanlage fließen. Sie soll 2021 in Betrieb gehen und wird für 400 neue Arbeitsplätze sorgen. Bisher produzierte Boehringer in Wien pharmazeutische Wirkstoffe unter Einsatz von Mikroorganismen. Mit der neuen Anlage wird auch die Zellkulturtechnologie nach Wien transferiert.

Starke Unternehmensinvestitionen in F&E

Dabei ist Böhringer Ingelheim nur ein Beispiel für das Engagement von Firmen in der österreichischen Forschung. 2015 kamen etwa 47 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung des Landes (4,76 Milliarden Euro) von Unternehmensseite. Im EU-Vergleich liegt Österreich damit auf Platz 6 der 28 Mitgliedsstaaten (Quelle: Innovation Union Scoreboard 2015). Die Bundesregierung Österreichs möchte diese Investitionen auch in Zukunft weiter intensivieren und den Forschungsstandort stärken. Förderungen und Steuervorteile, etwa die zum Jahresbeginn 2016 auf 12 Prozent erhöhte Forschungsprämie, sollen Investitionen fördern und Innovationen vorantreiben.

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