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Instandhaltung

Instandhaltung: Eine Branche im Umbruch?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Auch bei der Instandhaltung achtet die Süd-Chemie darauf, die Kernkompetenzen im Hause zu behalten. In dieser Anlage am Standort Moosburg wird Hydrotalcit, ein schwermetallfreier PVC-Stabilisator hergestellt. Süd-Chemie sieht sich im Markt der ‚bleifreien’ PVC-Stabilisatoren auf Basis von Hydrotalcit bereits weltweit als Nr. 2. (Bild: Süd-Chemie)
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Auch bei der Instandhaltung achtet die Süd-Chemie darauf, die Kernkompetenzen im Hause zu behalten. In dieser Anlage am Standort Moosburg wird Hydrotalcit, ein schwermetallfreier PVC-Stabilisator hergestellt. Süd-Chemie sieht sich im Markt der ‚bleifreien’ PVC-Stabilisatoren auf Basis von Hydrotalcit bereits weltweit als Nr. 2. (Bild: Süd-Chemie)

Wie gehen Unternehmen der Prozessindustrie mit dem Thema Instandhaltung um – welche Leistungen werden ausgelagert und welche eher nicht? Und wenn es zum Outsourcing kommt: Welche Art von Verträgen sind üblich? PROCESS hat sich bei Betreibern und IH-Dienstleistungsunternehmen erkundigt. Ein Ergebnis vorweg: Die Betreiber achten peinlich auf den Schutz des unternehmenseigenen Kern-Know-hows.

Selten hat PROCESS bei einer Recherche Unternehmen derart zugeknöpft erlebt: Die generelle Instandhaltungs-Philosophie und das dafür vorgesehene Budget sind für viele Betreiber absolute Geheimsache – „der Wettbewerb könnte da ja Rückschlüsse ziehen“ war zu hören. Oder schlicht: „Das kommunizieren wir nicht.“

Vielleicht liegt die Geheimniskrämerei an der schieren Dimension; es geht um viel Geld: Das interne und externe Marktvolumen für Instandhaltung in Deutschland überschreitet 120 Milliarden Euro, so die Lünendonk-Studie „Führende Unternehmen für industrielle Instandhaltung in Deutschland“. Allein das Marktvolumen für extern vergebene industrielle Dienstleistungen in der Prozess- und Fertigungsindustrie schätzen Experten auf etwa 20 Milliarden Euro in Deutschland sowie rund 100 Milliarden Euro in Europa.

Um mit den Anbietern zu beginnen: Was unterscheidet erfolgreiche Unternehmen der Instandhaltungs-Branche von den weniger erfolgreichen? Wer hat das Krisenjahr 2009 am besten gemeistert? Auffällig bei den erfolgreichen Unternehmen sei, so Dr. Hendrik Lück (Lück Contzen Management & Consulting), dass vor allem die Bestandsoptimierung sowie Aktivitäten im Einkauf deutlich intensiver betrieben wurden. Der Wettbewerb wurde konzentriert angegriffen, das Produktportfolio bereinigt bzw. standardisiert und der Lieferflexibilität größere Priorität eingeräumt als bei den restlichen Unternehmen. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Instandhaltungsindustrie 2010 – Trends und Strategien für Wachstum und Profitabilität“, die das Beratungsunternehmen durchgeführt hat. Weitere Erkenntnisse:

  • 61 Prozent der IH-Dienstleister geben an, stark bzw. sehr stark von der Krise betroffen zu sein. Mehr als ein Drittel geht von einem Umsatzrückgang 2009 von über 20 Prozent aus.
  • 53 Prozent gehen davon aus, dass sich die Branche erst Ende 2011 weitestgehend erholt haben wird.
  • 60 Prozent glauben, dass ihr Unternehmen erst Ende 2011 das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht.
  • 60 Prozent der Teilnehmer erwarten starke Veränderungen in der gesamten Branchenstruktur (Graphik 1).

Befindet sich die Branche tatsächlich in einem nachhaltigen Umbruch? Was sagen Betreiber dazu, wie sehen diese die immer wieder neue Diskussion um Outsourcing und Insourcing?

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