Worldwide China Indien

Ausbildung plus Studium

Hochschule und Evonik machen Verfahrenstechniker fit für den Beruf

| Redakteur: Tobias Hüser

Eine Unterschrift, die jungen Verfahrenstechnikern neue Chancen eröffnet (sitzend v.l.n.r.): TFH-Präsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann und Thomas Wessel, Personalvorstand der Evonik Industries AG unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum dualen Studium.
Eine Unterschrift, die jungen Verfahrenstechnikern neue Chancen eröffnet (sitzend v.l.n.r.): TFH-Präsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann und Thomas Wessel, Personalvorstand der Evonik Industries AG unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum dualen Studium. (Bild: TFH)

Die Verfahrenstechnik spielt in fast allen Bereichen des täglichen Lebens eine wichtige Rolle. Ebenso vielseitig müssen die Fachleute aufgestellt sein, die sich künftig mit der Umwandlung von Rohstoffen zu fertigen Produkte beschäftigen. Die Technische Fachhochschule (TFH) Georg Agricola und Evonik Industries bieten deshalb gemeinsam ein neues duales Studium an.

Bochum – Das duale Studium kombiniert die Ausbildung zum Chemikanten bei Evonik mit dem Bachelorstudium „Verfahrenstechnik“ an der TFH und bereitet damit optimal auf den späteren Beruf vor. Jetzt unterschrieben Hochschulpräsident Prof. Jürgen Kretschmann und Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik Industries, den offiziellen Kooperationsvertrag.

Verfahrenstechniker sind Allrounder, die ein breites Berufsspektrum erwartet. Sie befassen sich sowohl mit der Herstellung von Lebensmitteln, Textilien oder Medikamenten, als auch mit Umwandlungsprozessen bei der Energieversorgung. Dabei immer im Blick: Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und die Umwelt. Im dualen Angebot von TFH und Evonik werden die angehenden Ingenieure bestens auf den späteren Beruf vorbereitet.

Absolventen entwickeln Pilotanlagem

„Schon seit vielen Jahren arbeiten wir sehr erfolgreich mit Evonik zusammen, das als Unternehmen der Spezialchemie ein wichtiger, regionaler Partner unserer Hochschule ist. Das gemeinsame duale Studium eröffnet technikinteressierten, jungen Menschen nun noch mehr Chancen“, sagte Prof. Kretschmann bei der Vertragsunterzeichnung. In der Vergangenheit konnten bereits einige TFH-Absolventen ihre Abschlussarbeiten im Unternehmen anfertigen und damit konkrete Verbesserungen anstoßen, etwa beim Thema Verfahrenssicherheit oder durch die Einführung neuer Pilotanlagen.

Die enge Verbundenheit mit der TFH betonte auch Evonik-Personalvorstand Thomas Wessel: „Wir sind froh, mit der Kooperation unseren engagierten jungen Nachwuchskräften durch die Verbindung von beruflicher und akademischer Bildung die bestmöglichen Voraussetzungen für spätere Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen.“

Zwischen Betrieb und Hörsaal

Die ersten sechs Auszubildenden haben ihr duales Studium bereits im letzten Wintersemester aufgenommen – jährlich sollen bis zu zehn weitere dazukommen und vom besonderen Mix aus Praxis und Theorie profitieren: Beim neuen dualen Angebot dauert die Ausbildung im Unternehmen 3,5 Jahre. Das zeitgleiche kooperative Studium erstreckt sich über 9 Semester.

In den Produktionsbetrieben im nahe gelegenen Chemiepark Marl lernen die Auszubildenden alle Bereiche der Spezialchemie kennen: Sie führen chemische Reaktionen in verfahrenstechnischen Anlagen durch, überwachen die Produktion, bedienen Mess- und Regelgeräte und kümmern sich um die Qualitätskontrolle. Außerdem werden ein verantwortlicher Umgang mit Chemikalien sowie Sicherheits- und Umweltvorschriften vermittelt.

Das Bachelorstudium an der TFH knüpft daran nahtlos an, weil es auf die Anforderungen in der Industrie ausgerichtet ist: In den modernen Laboren am Bochumer Campus führen die Studierenden eigene Praxisprojekte auf den Gebieten der chemischen und der thermischen Verfahrenstechnik durch. Ein weiterer Fokus liegt auf mechanischen Trennverfahren, die zunehmend im Rohstoffhandling oder der Recyclingwirtschaft eingesetzt werden. Neben den Grundlagenfächern wie Chemie und Höhere Mathematik stehen auch Technisches Englisch, Recht und Elektrotechnik auf dem Lehrplan.

Die Veranstaltungen können dabei sowohl in Voll- oder Teilzeit besucht werden, d.h. Kurse und Vorlesungen finden auch abends und am Wochenende statt. „Dadurch dass wir an der TFH ohnehin beide Studienformen parallel anbieten, ist der Stundenplan flexibel mit der Ausbildung kombinierbar“, sagt Prof. Andreas Kreipl, der den Studiengang Verfahrenstechnik an der Bochumer Hochschule leitet.

Voraussetzungen und Bewerbung

Interessierte können sich zum Wintersemester bei Evonik für das duale Studium bewerben. Die Ausbildung startet immer am 1. September, das Studium orientiert sich daran. Zugelassen werden Bewerber, die die Allgemeine Hochschulreife vorweisen können.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43891768 / Forschung&Entwicklung)