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Lanxess in Antwerpen

Gegen den Strom: Was steckt hinter den Lanxess Investitionen in Belgien?

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

(Bild: © sk_design / fotolia.com)

Wenn ein deutscher Chemiekonzern in Mitteleuropa investiert, ist das alles andere als gewöhnlich. Wer aber während der Wirtschaftskrise für dreistellige Millionenbeträge Kapazitäten in einem scheinbar übersättigten Markt ausbaut, hat etwas vor. So wie Lanxess, die seit 2004 über 300 Millionen Euro in ihren belgischen Vorzeigestandort Antwerpen gesteckt haben. Doch was steckt dahinter? Zum 50-jährigen Jubiläum der Caprolactam-Produktion an der Schelde ließen sich die Kölner ein wenig in die Karten schauen…

Zwischen Containerschiffen, Schlepperkähnen und Möwen schlägt das Herz der Chemie: Antwerpen, immerhin Europas zweitgrößter Frachthafen, ist auch der größte Chemiepark des Kontinents. Die Hafengesellschaft geht davon aus, dass 70% aller führenden Chemiekonzerne hier Anlagen betreiben.

Perfekt angeschlossen durch den Seehafen, Autobahnen, eine Eisenbahn ins Ruhrgebiet und die Binnenschifffahrt ist der Cluster auch einer der führenden Umschlagplätze für Chemikalien: Etwa 10 % aller weltweit verschifften chemischen Erzeugnisse werden in Antwerpen verladen. Ein über 1000 Kilometer langes Pipelinenetz verbindet die einzelnen Anlagen über Gewerke und Unternehmensgrenzen hinweg zu einem Megaverbund.

Mittendrin: Der Spezialchemiekonzern Lanxess. Für die Kölner ist der belgische Vorzeige-Chemiepark der zweitgrößte Produktionsstandort mit insgesamt 1200 Mitarbeitern. Und das seit über 50 Jahren – am 24. April 1967 ging, noch unter Bayer-Ägide, die Caprolactam-Produktion als eine der ersten Chemie-Anlagen im Hafengebiet in Betrieb. Pünktlich zum 50. Jubiläum gab das Management bekannt, nochmals 25 Millionen Euro in die Produktion von Polyamiden und Kunststoff-Vorprodukten zu investieren.

Über sechs Millionen Tonnen

Doch das ist lediglich die Spitze des Eisbergs: Über 300 Millionen Euro haben die Kölner in den vergangenen zehn Jahren in Antwerpen investiert. Zentrales Element dieser Expansionspläne war der Bau einer Polymerisations-Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 90000 t, die direkt mit der Caprolactam-Produktion verbunden ist. Seit dem Start der Anlage im Sommer 2014 wird das Polyamid von Antwerpen zu Compounding-Anlagen auf der ganzen Welt geliefert, wo es zu Hochleistungs-Kunststoffen veredelt wird.

Lanxess kehrt in die Erfolgsspur zurück

Geschäftsjahr 2016

Lanxess kehrt in die Erfolgsspur zurück

16.03.17 - Lanxess hat im Geschäftsjahr 2016 seinen Umbau erfolgreich vorangetrieben und belegt dies mit starken Zahlen: Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 12,4 % auf 995 Millionen Euro nach 885 Millionen Euro im Vorjahr. Treiber für die positive Entwicklung waren vor allem die gesteigerten Absatzmengen in allen Segmenten, die damit verbundene höhere Kapazitätsauslastung sowie Kosteneinsparungen durch die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Anlagen und Prozessen. lesen

In Zahlen ausgedrückt ist die Bilanz dieser Investitionen gewaltig: Als Lanxess 2004 aus dem Bayer-Konzern abgespalten wurde, verfügte der Komplex über eine Kapazität von 160 000 t Caprolactam pro Jahr, die bis heute auf 220 000 t pro Jahr ausgebaut wurde. Seit dem Anfahren der Anlage vor 50 Jahren wurden so über 6 252 000 t produziert. „Unser integrierter Produktionskomplex ist das Rückgrat unseres globalen Geschäfts für Hochleistungs-Kunststoffe. Deshalb stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes kontinuierlich“, erklärte der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert.

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Einsame Entscheidung

Dabei hatte die Entscheidung, im ganz großen Stil ausgerechnet in Europa dreistellige Millionenbeträge zu investieren, einiges Kopfschütteln in der Branche ausgelöst. Immerhin gilt der Markt als schwierig, besonders nachdem in China enorme Produktionskapazitäten aufgebaut wurden.

Doch wo liegen die Herausforderungen? Und was steckt hinter der Strategie der Kölner? Auf Seite 2 erfahren Sie mehr!

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