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CO2

Regenerative Energie soll die CO2-Verwertung voranbringen

02.11.10 | Autor / Redakteur: Sonja Beyer / Sonja Beyer

Regenerative Energien sollen der Idee eines nachhaltigen Verwertungsprozesses für Kohlenstoffdioxid Leben einhauchen. (Bild: BASF; [M]-Frank)
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Regenerative Energien sollen der Idee eines nachhaltigen Verwertungsprozesses für Kohlenstoffdioxid Leben einhauchen. (Bild: BASF; [M]-Frank)

Chemie und Energieindustrie wollen in der Forschungsinitiative CO2rrect die CO2-Verwertung mit regenerativen Energien koppeln. Eine zentrale Rolle dabei spielen Wasserstoff und die Entwicklung neuer Elektrolyseanlagen.

Carbon Capture and Usage, Kohlenstoffdioxid einfangen und nutzen – ist das die neue Formel, um das weltweite CO2-Problem zu lösen? Angesichts der Mengen, die Kohlekraftwerke wie Niederaußem in den Himmel pusten, wohl eher unwahrscheinlich, aber dem Energieriesen RWE eröffnet es die Möglichkeit, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: „Wir haben hier möglicherweise einen doppelten Nutzen: Da wir das CO2 nicht in die Atmosphäre emittieren, müssen wir keine CO2-Zertifikate erwerben, und zusätzlich können wir es an weiterverarbeitende Unternehmen verkaufen“, erklärt Dr. Johannes Heithoff, Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE Power. Als Abnehmer hat er dabei u.a. die Chemieindustrie im Visier, die an CO2-Nutzungsrouten forscht.

RWE ist Partner der neuen Forschungsinitiative CO2rrect (CO2-reaction using regenerative energies and catalytic technologies), die geführt von Bayer Technology Services (BTS) die Verwertung des Treibhausgases zu Chemikalien mit regenerativen Energiequellen koppeln und dafür eine neue Wasserstoff-elektrolyse entwickeln will. Beteiligt sind außerdem Bayer MaterialScience, Siemens sowie zehn wissenschaftliche Partner.

Im Fokus: regenerative Energie

Die Idee dahinter klingt bestechend, denn sie betrifft ein zentrales Problem bei der Nutzung regenerativer Energien. Es fehlt an effektiven Speicherkonzepten für Stromüberschüsse. Denn Wind oder Sonne lassen sich nicht diktieren, wann sie zu wehen bzw. zu scheinen haben, sodass starke Schwankungen im Stromangebot auftreten können. Für die Chemie problematisch, weil sie auf konstante Energieversorgung angewiesen ist. Eines der Ziele der Initiative erklärt Heithoff so: „Wenn z.B. zu viel Wind weht, speziell zu lastschwachen Zeiten wie nachts oder an langen Wochenenden, wollen wir den Strom nutzen, um per Wasserelektrolyse Wasserstoff herzustellen. Dieser kann dann wiederum mithilfe des abgetrennten CO2 in Brenngase zur Stromerzeugung umgewandelt werden.“ So wirkt die Elektrolyse wie ein Puffer für den anvisierten Produktionsprozess, der aus CO2 Grundchemikalien wie Kohlenstoffmonoxid und Ameisensäure herstellen soll. Zudem planen RWE Power und Siemens, eine Elektrolyseanlage zu entwickeln, die auf die schwankende Stromversorgung flexibel reagiert. Den regenerativ erzeugten Strom, der den Elektrolyseprozess speist, will RWE Power bei Betreibern von Windparks und Photovoltaik- sowie Biomasseanlagen beziehen.

Die Frage der Energiezufuhr für nachgeschaltete Verwertungsprozesse ist damit geklärt. Und der Rohstoff? Das Kohlenstoffdioxid wird aus der CO2-Wäsche stammen, die RWE Power an seinem Braunkohlekraftwerk in Niederaußem als Pilotanlage betreibt. Die Abscheidetechnik hat das Unternehmen in Kooperation mit BASF und Linde etabliert. Für CO2rrect und ähnliche Forschungsprojekte wird an die CO2-Wäsche eine Aufbereitungsanlage angeschlossen, die das abgeschiedene Kohlenstoffdioxid in verflüssigter Form und in verschiedenen Reinheitsgraden zur Verfügung stellen wird.

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