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Fernwirk- und Automatisierungstechnik

Fernwirk- und Automatisierungstechnik schafft Transparenz

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Gabriele Ilg

Psyttalia Wastewater Treatment Plant: Die Abwässer von Athen werden über eine 1,5 km lange Pipeline vom Festland zur Kläranlage auf der Felsinsel Psyttalia gepumpt. Pneumatische Automatisierungstechnik reduziert die Investitions-, Installations- und Betriebskosten.
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Psyttalia Wastewater Treatment Plant: Die Abwässer von Athen werden über eine 1,5 km lange Pipeline vom Festland zur Kläranlage auf der Felsinsel Psyttalia gepumpt. Pneumatische Automatisierungstechnik reduziert die Investitions-, Installations- und Betriebskosten. (Bild: Festo)

Mit geeigneter Fernwirk- und Automatisierungstechnik lassen sich dezentrale Systeme wie Brunnen, Wasserspeicher, Abwasserkanäle, Pumpstationen und Kläranlagen in zentralen Leitstellen überwachen und steuern. Per Funk oder Internet lässt sich solche Technik auch nachträglich installieren.

Spukhafte Fernwirkung nannte Albert Einstein den Effekt, bei dem zwei Lichtteilchen quantenmechanisch miteinander verschränkt sind. Von dieser Art Fernwirkung ist hier nicht die Rede, hier geht es um den bidirektionalen Datenaustausch – vom Marketing gern als Kommunikation bezeichnet – zwischen technischen Systemen der Wasserwirtschaft.

Warum das Fernwirken hier hilfreich ist, liegt nahe: Kleine und mittlere Wasserwerke und Klärwerke arbeiten häufig ohne Personal vor Ort. Bei Störungen und Abweichungen von Grenzwerten erhält der Betreiber z.B. per SMS einen Hinweis – dann muss ein Techniker schleunigst vor Ort nach dem Rechten schauen. Schneller und effizienter ist der Einsatz von Fernwirktechnik, um die dezentrale Anlage von einem zentralen Leitstand aus zu lenken: Volumenströme, Füllstände, Betriebszustände (auch per Kamera) und Störmeldungen können erfasst, analysiert und gegebenenfalls korrigiert werden. Das spart Personal und ermöglicht eine raschere Störungsbeseitigung.

Außenstationen bidirektional verbinden

Der Abwasserzweckverband (AZV) Jagst-Kessach setzt zur Überwachung und Steuerung in der Kläranlage Widdern auf das Prozessleitsystem von Flowchief. Die Bedienung erfolgt über einen Standard-Webbrowser ohne Zusatzsoftware. Per Internet können alle Gemeinden mit individueller Benutzer- und Zugriffsberechtigung in vollem Funktionsumfang auf das zentrale Prozessleitsystem beim AZV zugreifen. Dabei ist der Informations- und Bedienungskomfort identisch mit einem Mitarbeiter, der direkt in der Zentrale arbeitet. Es handelt sich um ein Außennetzwerk von über 50 Außenstationen wie Pumpwerke, Regenüberlaufbecken und Strömungsbeschleuniger, die in Standleitungsqualität per GPRS oder Satelliten-DSL mit der Zentrale verbunden sind. Bei einem Verbindungsausfall werden die Daten zwischengepuffert und bei erneut aktivierter Verbindung automatisch mit Zeitstempel in die Datenbank übertragen. Das heißt: Im Reporting sind die Informationen auch da, wo sie sein sollen.

Ein weiterer Praxisfall: Die Stadt Lügde betreibt zwei Kläranlagen und versorgt die mehr als 10.000 Einwohner im Stadtkern und neun angegliederten Ortschaften mit Wasser. Das Frischwasser wird aus zwei Quellen und zehn Brunnen gewonnen. Von dort aus gelangt das Wasser durch das 124 km lange Rohrnetz in die Haushalte.

Die relevanten Messdaten wurden in der Vergangenheit über Messschreiber auf Papierbahnen oder über Bildschirmschreiber aufgezeichnet. Die Protokollierung war kompliziert und zeitaufwändig. Daher haben sich die Verantwortlichen des Wasserwerks Lügde zur Investition in ein neues Fernwirksystem von Phoenix Contact entschieden. In der Südfelder Zentrale laufen seit der Umstellung alle prozessrelevanten Informationen auf dem Leitsystemrechner zusammen.

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