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Fracking

Energiequelle Schiefergas – Fakten, Pros und Contras

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Erdgasförderung durch Fracking: Ja oder nein? PROCESS hat Fakten zusammengetragen, Experten befragt und Daten ausgewertet.
Erdgasförderung durch Fracking: Ja oder nein? PROCESS hat Fakten zusammengetragen, Experten befragt und Daten ausgewertet. (Bild: WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung)

Segen oder Fluch? Beim Fracking gehen die Positionen weit auseinander: Umweltbewegungen sehen in der Schiefergas-Gewinnung einen generell gefährlichen Eingriff in die Natur, während Wasserwirtschaftsorganisationen vor einer Beeinträchtigung des Grundwassers warnen. Energieintensive Unternehmen gehen hingegen beim Verzicht auf das Fracking von gravierenden Standortnachteilen aus. Versuch einer Einordnung.

Mitte Februar 2014 hat der Kieler Landtag einstimmig den Antrag „Kein Fracking in Schleswig-Holstein“ beschlossen. Über eine Reform des Bergbaurechts will das Land ein bundesweites Verbot von Fracking erreichen. Ist damit das Thema endgültig vom Tisch?

Die Fakten

Erdgas ist in konventionellen und in unkonventionellen Lagerstätten in Gesteinsporen gespeichert. Als unkonventionell werden Lagerstätten mit sehr geringer Permeabilität bezeichnet, bei denen das Gas so im Lagerstättengestein gebunden ist, dass es nicht ohne äußere Einwirkung zum Bohrloch strömt. Für das unkonventionelle Erdgas unterscheidet man Lagerstätten für Kohleflözgas (Coal bed Methane oder CBM), für Schiefergas (Shale Gas) und für Gas im Festgestein (Tight Gas).

Fracking (Hydraulic Fracturing) wird sowohl bei der Gas- als auch bei der Erdölgewinnung eingesetzt, wobei sich die öffentliche Diskussion primär auf die unkonventionelle Erdgasgewinnung von Schiefergas bezieht. Beim Fracking wird zunächst wie bisher vertikal nach unten gebohrt und die Bohrung anschließend in der gewünschten Tiefe horizontal in der Gesteinsschicht fortgesetzt. Hoher Druck presst dann ein Frack-Fluid in die Gesteinsschichten, die dort künstliche Risse hervorrufen und das Schiefergas freisetzen. Das aufwärts strömende Gas wird aufgefangen.

Umweltrisiken – ja oder nein?

PRO: Was beim etwas tieferen Blick auf das Thema überrascht: In der medialen Diskussion wird regelmäßig der Eindruck erweckt, hier müsse über eine neuartige Technologie und über bislang unbekannte Risiken entschieden werden. Neu ist das Fracking aber definitiv nicht: Seit rund 60 Jahren wird in Deutschland Erdgas gefördert, dabei wird seit 1961 in vielen Bohrungen das Hydraulic-Fracturing-Verfahren bereits genutzt. Hinzu kommt: Während vielfach das Bild vermittelt wird, dass dabei ein aggressiver Chemie-Cocktail verabreicht wird, kommt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einem Positionspapier zu einer ganz anderen Einschätzung: „In den eingesetzten Frac-Fluiden ist die Konzentration der Zusätze so gering, dass die Flüssigkeit als Ganzes weder giftig, noch umweltgefährlich und nicht kennzeichnungspflichtig gemäß Chemikalienrecht ist.“

Verschafft Schiefergas einen Wettbewerbsvorteil? Die Pros und Contras gibt’s auf der nächsten Seite.

Ergänzendes zum Thema
 
Hintergrund: Fracking im Ölgeschäft

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