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Studie: Energiemärkte

Energiemärkten steht Wandel bevor

| Redakteur: Tobias Hüser

Energiemix und Anteile der Energieträger am globalen Energiemix
Energiemix und Anteile der Energieträger am globalen Energiemix (Bild: BP)

Die weltweiten Energiemärkte durchlaufen langfristige Veränderungen. Wie die diesjährige Ausgabe des BP Statistical Review of World Energy zeigt, hat sich der Energiemix verschoben: Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energieträger gleicht den deutlichen Rückgang bei der Kohlenutzung aus. Hohe Lagerbestände dämpfen zudem den Ölpreis. Die Märkte müssen sich kurz- oder langfristig auf die preisbedingten Herausforderungen einstellen.

Bochum – Die 66. Ausgabe des Statistical Review liefert klare Belege für die Veränderungen des Energiemarkts. Das zeigt sich unter anderem am Trend zu geringeren Wachstumsraten in der weltweiten Energienachfrage, der Ausrichtung der Nachfrage auf schnell wachsende Volkswirtschaften in Asien und der ausgeprägte Wandel hin zu emissionsärmeren Energieträgern, da die erneuerbaren Energieträger weiter wachsen und die Kohlenutzung rückläufig ist. Gleichzeitig stellen sich die Energiemärkte effektiv auf die aktuellen Herausforderungen ein. So hat sich insbesondere der Ölmarkt im Jahr 2016 an das Überangebot, das in den zurückliegenden Jahren den Markt bestimmte, angepasst.

Sieben Gründe, warum sich der globale Energiemix wandelt

Energiewende: Energy Outlook

Sieben Gründe, warum sich der globale Energiemix wandelt

26.01.17 - Die Energieversorgung und der globale Energiemarkt wandeln sich. Der Mix der verschiedenen Energieträger wird sich in den kommenden 20 Jahren deutlich verändern, prognostiziert der BP Energy Outlook. Wesentliche Treiber seien dabei technologische Verbesserungen und Umweltbelange. Im Artikel fasst PROCESS die Kernaussagen zusammen. lesen

BP Group Chief Executive Bob Dudley sagte zu den Ergebnissen: „Die langfristigen Trends, die wir dem Datenmaterial entnehmen können, verweisen auf veränderte Strukturen sowohl auf der Versorgungsseite wie auch in der Zusammensetzung des Energiemixes. Die Welt arbeitet daran, nicht nur die benötigte Energie zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Ausstoß an CO2 zu senken. Zur selben Zeit reagieren die Märkte auf eher kurzfristige Faktoren, hier insbesondere auf die Überversorgung, durch die die Ölpreise in den vergangenen drei Jahren unter Druck geraten sind.“

China und Indien mit großer Energienachfrage

Die globale Energienachfrage war 2016 angesichts eines Wachstums von lediglich einem Prozent im dritten Jahr in Folge schwach. Sie belief sich auf nur rund die Hälfte des durchschnittlichen Wachstums der zurückliegenden zehn Jahre. Auch 2016 entfiel nahezu das gesamte Nachfragewachstum auf die schnell wachsenden Volkswirtschaften, wobei China und Indien gemeinsam einen Anteil von fast 50 % für sich verbuchen konnten.

Das niedrige Preisniveau im letzten Jahr führte beim Öl zu einer Nachfragesteigerung von 1,6 %, während die Förderung nur um 0,5 % zunahm. Dadurch fand der Ölmarkt gegen Mitte des Jahres mehr oder weniger wieder ins Gleichgewicht zurück. Die Preise blieben aufgrund des Überhangs an Lagerbeständen dennoch weiter unter Druck. Die niedrigen Preise wirkten sich ebenso nachteilig auf die Förderquoten beim Erdgas aus. Die Förderung stieg nur geringfügig um 0,3 %. Die Gasförderung in den USA ist im letzten Jahr, erstmals seit Beginn der sogenannten Shale Revolution Mitte der 2000er Jahre, zurückgegangen.

Erneuerbare Energien weiter im Aufwind

Mit einer Wachstumsrate von 12 % erwiesen sich die erneuerbaren Energien wieder einmal als der am schnellsten wachsende Energieträger. Auch wenn sie immer noch lediglich einen Anteil von vier Prozent an der gesamten Primärenergie ausmachen, entfiel nahezu ein Drittel des Gesamtwachstums der Energienachfrage 2016 auf erneuerbare Energieträger. Im Gegensatz dazu sank die Nutzung von Kohle – dem CO2-intensivsten fossilen Energieträger – im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr erheblich. Sie ging hauptsächlich vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage aus den USA wie auch aus China um 1,7 % zurück.

Die Kombination aus schwachem Wachstum bei der Energienachfrage sowie der sich wandelnden Zusammensetzung des Energiemixes führte zu einem geschätzten Anstieg der CO2-Emissionen um nur 0,1 %. Damit war 2016 das dritte Jahr in Folge, in dem die CO2-Emissionen praktisch nicht gestiegen sind bzw. rückläufig waren. Diese Werte stellen den niedrigsten über einen Zeitraum von drei Jahren errechneten Durchschnittswert seit der Periode 1981-1983 dar.

„Auch wenn wir diese Abweichung von Mustern der Vergangenheit begrüßen, so wissen wir noch nicht, in welchem Ausmaß sie strukturellen Ursprungs ist und somit von Dauer sein wird. Wir müssen unseren Fokus und unsere Anstrengungen unverändert darauf richten, die CO2-Emissionen zu senken. BP befürwortet die Ziele der COP21-Konferenz in Paris nachdrücklich und wir haben uns selbst dazu verpflichtet, unseren Teil dazu beizutragen, damit diese Ziele erreicht werden“, so Dudley.

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