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VCI-Halbjahresbilanz

Deutsche Chemieindustrie peilt Produktionsniveau des Vorjahres an

| Redakteur: Tobias Hüser

VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann und VCI-Präsident Dr. Klaus Engel (v.l.n.r)
VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann und VCI-Präsident Dr. Klaus Engel (v.l.n.r) (Bild: VCI)

Die chemische Industrie in Deutschland muss mit leichten Produktions- und Umsatzeinbußen aus dem ersten Halbjahr 2012 kämpfen. Wie der Verband der chemischen Industrie in seiner Halbjahresbilanz berichtet, soll die Produktion im Verlauf des Jahres aber wieder anziehen und das Niveau des Vorjahres erreichen.

Frankfurt – Im ersten Halbjahr 2012 ist die Chemieproduktion in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent gesunken. Das geht aus der Halbjahresbilanz 2012 des Verband der Chemischen Industrie (VCI) hervor. Weil die Preise wegen steigender Rohstoffkosten um rund drei Prozent zulegten, ging auch der Umsatz um 0,5 Prozentpunkte auf 89,2 Milliarden Euro zurück.

Dabei machte sich vor allem das Auslandsgeschäft negativ bemerkbar. Es sank um ein Prozent und erreichte nur noch ein Volumen von 53,7 Milliarden Euro. Das Geschäft mit deutschen Kunden stieg dagegen um 0,5 Prozent auf 35,5 Milliarden Euro.

„Unsere Branche hat sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld alles in allem gut behauptet“, sagte VCI-Präsident Dr. Klaus Engel. „Die deutsche Chemie verfügt über eine qualitativ hochwertige und innovative Produktpalette, ist wettbewerbsfähig und krisenerprobt. Daher kann sie auch unter solchen Bedingungen auf ihre Stärken vertrauen.“

Prognose

Der VCI geht davon aus, dass die Produktion in der zweiten Jahreshälfte noch anzieht und das Niveau von 2011 erreicht. Für den Branchenumsatz wird ein Zuwachs von zwei Prozent erwartet. Engels Hoffnungen liegen dabei auf dem Inlandsgeschäft: „Die deutsche Industrie, der mit Abstand wichtigste Kunde unserer Unternehmen, wird auch in diesem Jahr die Produktion ausweiten. Andererseits wächst die Nachfrage auf den Auslandsmärkten in Übersee.“

Investition und Beschäftigung

Zwei wichtige Indikatoren zeigen auch, dass die Unternehmen in der chemischen Industrie ihre Geschäftsaussichten positiv beurteilen: Laut ifo-Investitionstest planen 83 Prozent der Chemieunternehmen in diesem Jahr, die Investitionen zu erhöhen. „Wir gehen davon aus, dass die Branche in diesem Jahr insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro in Deutschland investiert – 5 Prozent beziehungsweise 300 Millionen Euro mehr als 2011“, betonte der VCI-Präsident.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche stieg im ersten Halbjahr 2012 um zwei Prozent. Die deutsche Chemieindustrie beschäftigt aktuell rund 437.000 Mitarbeiter.

Exporte und Importe

Die Exporte steigen im ersten Halbjahr um einen Prozentpunkt auf 77,2 Milliarden Euro. Dafür sorgten ausschließlich asiatische und südamerikanische Unternehmen, sowie Betriebe aus den USA. Die Verkäufe ins europäische Ausland waren dagegen rückläufig. Mit der anhaltend guten Industriekonjunktur in Deutschland stiegen auch die Importe chemischer Erzeugnisse. Sie lagen im ersten Halbjahr 2012 mit 54,1 Milliarden Euro zwei Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Weitere interessante Beiträge zum VCI im Rahmen der Halbjahrespressekonferenz 2012:

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