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Wie moderne Isolierungen die Energieeffizienz steigern

Der Anlage neue Kleider – Gut gedämmt ist halb gespart

| Autor: Wolfgang Ernhofer

Nachhaltig isolieren, aber wie? Die Unterschiede der Auslegungskriterien sind enorm. Aber eines ist sicher: Nur wer investiert kann auch sparen.
Nachhaltig isolieren, aber wie? Die Unterschiede der Auslegungskriterien sind enorm. Aber eines ist sicher: Nur wer investiert kann auch sparen. (Quelle: G+H, Grafik: Process)

Was für Menschen gilt, ist in diesem besonderen Fall auch für Chemieanlagen gültig: Fehlt die richtige Bekleidung steigt der Energieverbrauch, um auf Idealtemperatur zu erwärmen oder abzukühlen. In der energieintensiven chemischen Industrie schlummert ein jährliches Einsparpotenzial von 16124 GWh. Was können Unternehmen tun? PROCESS hat sich bei Herstellern von Dämmungen, bei Verbänden und in der Chemieindustrie umgeschaut.

Sie sind unscheinbar, meist von Metallblechen umgeben, genießen keine große Aufmerksamkeit und können doch ein so wichtiger Faktor im Ringen um Energieeffizienz sein: Trotz vieler Effizienz-Vorschriften und gestiegener Aufmerksamkeit in den Betrieben, sind detaillierte Vorteile technischer Isolierungen noch nicht allen Betreibern von Prozessanlagen bekannt. Obwohl die Einsparpotenziale klar auf der Hand liegen, „gibt es solche, die den Schuss noch nicht gehört haben“, berichtet Thomas Ortlieb aus seiner täglichen Praxiserfahrungen aus den Betrieben. Ortlieb ist Leiter Technische Unterstützung bei G+H Isolierung und einer von 14 zertifizierten Tipcheck-Ingenieuren des Unternehmens.

Tipcheck steht für „Technical Insulation Performance Check“ und ist ein europaweit standardisiertes Energieauditing zur Leistungsüberprüfung technischer Dämmungen in Industrieanlagen. Mittlerweile gibt es ca. 100 solcher zertifizierter Ingenieure von unterschiedlichen Unternehmen. Ins Leben gerufen von der European Industrial Insulation Foundation, kurz EIIF, soll Tipcheck das wirtschaftlich sinnvolle und realisierbare Energieeinsparpotenzial ermitteln.

Ortlieb und seine Kollegen suchen nicht nur Anlagenteile, bei denen Einsparungen sofort realisierbar sind und schnelle Amortisation versprechen, sondern zeigen auch weiterreichende Möglichkeiten zur Verbesserung von Sicherheit, Effizienz, CO2-Bilanz und Prozessen.

Fehlendes Fachwissen und mangelnde Einsicht

„Bei unseren Tipchecks treffen wir oft auf kundenseitige Mitarbeiter, die der Meinung sind, bereits alles zu tun, was von außen betrachtet sinnvoll erscheint – unabhängig davon in welchem Zustand die Dämmung tatsächlich ist“, kritisiert Ortlieb fehlendes Fachwissen und mangelnde Einsicht mancher Anlagenbetreiber. Der Experte will aber nicht generalisieren, denn es gäbe auch Unternehmen in der Branche, die in diesem speziellen Bereich vorbildlich arbeiten.

Ergänzendes zum Thema
 
4 Schritte zum Erfolg – sinnvoll isolieren, aber wie?

Wenn alle Produktionsstätten mit betriebstechnischen Anlagen in Deutschland ähnlich wie die Vorreiter dämmen würden, könnte laut einer Ecofys-Studie ein jährliches Einsparpotenzial von 80 PJ und 6,3 Mt CO2 gehoben werden – was dem Jahresenergieverbrauch von 1,5 Millionen Haushalten, sowie dem CO2-Ausstoß von 4,3 Millionen Mittelklasse-Autos mit einer jährlichen Fahrleistung von 12 500 km entspricht.

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