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Katalyse

Chemie könnte Energieverbrauch dank Katalyse um 13 Exajoule senken

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Kieselgur vergrößert die Oberfläche, an der chemischen Reaktionen stattfinden können. Die kleingemahlenen Fossilien von Kieselalgen-Schalen dienen als Trägermaterial für Katalysatoren wie Silberpartikel. Vergrößerung 8000:1 (bei 12 cm Bildbreite)
Kieselgur vergrößert die Oberfläche, an der chemischen Reaktionen stattfinden können. Die kleingemahlenen Fossilien von Kieselalgen-Schalen dienen als Trägermaterial für Katalysatoren wie Silberpartikel. Vergrößerung 8000:1 (bei 12 cm Bildbreite) (Bild: BASF)

In einer aktuellen Studie beziffern die Internationale Energieagentur IEA, der internationale Chemieverband ICCA und die Dechema mögliche Energieeinsparungen in der Chemischen Industrie weltweit auf 13 Exajoule jährlich bis 2050. Schlüssel dafür ist die Weiterentwicklung von Katalysatoren in der chemischen Industrie; schon heute kommen sie in rund 90 % aller chemischen Prozesse zum Einsatz.

Frankfurt am Main – Unter dem Titel "Technologie-Roadmap: Einsparungen bei Energieeinsatz und Treibhausgasen in der chemischen Industrie durch katalytische Prozesse" beschreiben die drei Organisationen, wie Industrie, politische Entscheidungsträger, Investoren und akademische Forschungseinrichtungen dazu beitragen können, das Potenzial der Katalyse weltweit voll auszuschöpfen.

Dem Bericht zufolge könnte der weltweite Energieverbrauch durch kontinuierliche Verbesserungsprozesse, optimierte Verfahren und technologische Fortschritte bis 2050 um 13 Exajoule gesenkt werden; das entspricht in etwa dem jährlichen Primärenergieverbrauch Deutschlands. Gleichzeitig könnte so die Entstehung von Treibhausgasen um eine Gigatonne CO2-Äquivalent verringert werden.

In rund 90 % aller chemischen Prozesse kommen Katalysatoren zum Einsatz, also Substanzen, die Reaktionen beschleunigen , ohne selbst verbraucht zu werden. Solche und ähnliche Verfahren erhöhen die Effizienz in der Produktion und verringern den Energieverbrauch, wodurch wiederum der Ausstoß an Treibhausgasen reduziert wird.

Roadmap: Maßnahmen für die Chemieindustrie

Maria van der Hoeven, Executive Director der IEA, erklärte dazu: "Energieeffizienz ist ein "versteckter" Rohstoff. Sie senkt nicht nur den Verbrauch, sondern mindert auch Risiken von der Sicherheit der Energieversorgung bis zum Klimawandel. Die Roadmap zeigt, welche Maßnahmen die chemische Industrie weltweit sowie Regierungen ergreifen können, um im Jahr 2050 die Menge an Primärenergie und Treibhausgas-Emissionen einzusparen, die Deutschland heute benötigt."

Die Autoren fordern politische Entscheidungsträger auf, politische Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die Investitionen in Energieeffizienz begünstigen und Hindernisse dafür abbauen. So sollen langfristige politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um mehr Investitionen in Katalysator- und Prozessoptimierungen zu erreichen und die Forschung und Entwicklung im Bereich der energieintensiven Prozesse zu fördern. Subventionen, die den Einsatz energieeffizienter Verfahren behindern, sollen laut Empfehlung des Berichts gestrichen werden.

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