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Korrosion

Besserer Korrosionsschutz durch plättchenförmige Zinkphosphat-Partikel

| Redakteur: Tobias Hüser

Exponat zu plättchenförmigen Zinkphosphat-Partikeln für verbesserten Korrosionsschutz: Wegen der ungeordneten Verteilung der Plättchen ist ein „Durchrieseln in der Sanduhr“ wie bei kugelförmigen Partikeln nicht möglich.
Exponat zu plättchenförmigen Zinkphosphat-Partikeln für verbesserten Korrosionsschutz: Wegen der ungeordneten Verteilung der Plättchen ist ein „Durchrieseln in der Sanduhr“ wie bei kugelförmigen Partikeln nicht möglich. (Bild: Ollmann)

Stahlplatten und –träger müssen dauerhaft und großflächig gegen Korrosion geschützt werden. Vor allem Luftsauerstoff und Wasserdampf sowie Salze greifen den Stahl an. Um das Eindringen der korrosiven Substanzen zu verhindern, verwendet man als gängige Methode den Korrosionsschutz mit Zinkphosphat-Beschichtungen bei gleichzeitiger Phosphatierung von Metalloberflächen. Nun haben Forscher des INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien Partikel entwickelt, die einen besseren Korrosionsschutz bieten sollen.

Saarbrücken – Die Zinkphosphat-Partikel sind plättchenförmig und zehnmal so lang wie dick. Erste Versuche mit den neuen Partikeln deuten, aufgrund ihrer Anisotropie, auf eine bessere Löslichkeit im Vergleich zu kugelförmigen Partikeln hin. „Dadurch liegen mehr Phosphat-Ionen in Lösung vor. Dies gewährleistet eine verbesserte und raschere Repassivierung, falls Metalloberflächen durch mechanische Beschädigung freigelegt wurden“, sagt Carsten Becker-Willinger, Leiter des Programmbereichs Nanomere am INM.

„In ersten Testbeschichtungen konnten wir außerdem zeigen, dass sich die plättchenförmigen Nanopartikel mauerartig übereinander schichten. Dadurch verlängert sich der Weg der Gasmoleküle durch die Schutzbeschichtung hindurch, weil sie sich einen Weg durch die „Mauerritzen“ suchen müssen“, erklärt der Chemiker Becker-Willinger weiter. Das Ergebnis sei eine deutlich langsamere Korrosion als bei Beschichtungen mit kugelförmigen Partikeln, wo Gasmoleküle viel schneller einen Weg durch die Schutzschicht zum Metall finden.

In weiteren Testreihen konnten die Wissenschaftler die Wirksamkeit der neuen Partikel bestätigen. Dazu tauchten sie Stahlbleche in Elektrolyt-Lösungen mit je kugelförmigen und plättchenförmigen Zinkphosphat-Partikeln. Bereits nach wenigen Stunden zeigten die Stahlbleche in den Elektrolyten mit kugelförmigen Partikeln Korrosionsspuren. In den Elektrolyten mit plättchenförmigen Partikeln blieben die Stahlbleche nach drei Tagen noch unversehrt. Ihre Ergebnisse und Möglichkeiten zeigen die Entwickler auf der diesjährigen Hannover Messe am Stand B 46 in Halle 2 vom 24. bis 28. April.

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