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Edelstahlpräzisionsteile

Bei SPS Schiekel stehen die Zeichen weiter auf Wachstum

17.09.2007 | Autor / Redakteur: Jürgen Kramp / Dr. Jörg Kempf

Die Geschäftsführer Dr. Peter Schiekel (links) und Gert Schiekel (rechts): „Wir wollen und werden weiter wachsen.“

Bei SPS Schiekel Präziszionssysteme, Hersteller von Rohrverbindungen, Flansche, Fittings und andere Edelstahlpräzisionsteilen, stehen die Zeichen auf Wachstum: Im 15. Jahr seines Bestehens tätigt das Unternehmen jetzt die bisher größte Investition.

Im Gewerbegebiet Dohna, direkt an der Autobahn Dresden – Prag, nicht weit entfernt von der Kreisstadt Pirna und den bizarren Felsen der Sächsischen Schweiz, rücken in diesem Herbst die Bagger an. SPS Schiekel Präzisionssysteme, ein mittelständisches Unternehmen der Metallbranche, baut ein neues Sozialgebäude. Zudem hat es für eine dritte Produktionshalle eine Fläche von 5000 Quadratmetern erworben. Für SPS sind dies die größten Investitionen im 15. Jahr ihres Bestehens.

Fittings & Co.

Gefertigt werden Rohrverbindungen, Flansche, Fittings und andere Komponenten – alles aus rostfreien und schwer zerspanbaren Edelstählen und alles in nur kleinen und mittelgroßen Serien. Deren Einsatzfeld ist weit gefächert: im chemischen Anlagenbau, in neuen Chipfabriken, in Anlagen der Pharmazie und der Biotechnologie, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, seit zwei Jahren auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Überall dort, wo eine hochreine, sterile Produktion erforderlich ist oder wo aggressive, ätzende Medien beherrscht werden müssen, sind Know-how und Zulieferungen aus Dohna gefragt.

Die Väter des Erfolgs

Väter dieser Erfolgsgeschichte sind die Brüder Dr. Peter und Gert Schiekel, die im August 1992 im heimischen Nentmannsdorf mit zehn Personen und drei CNC-Maschinen an den Start gingen. „Wir wussten, was wir wollten, aber uns war nicht voll bewusst, was alles auf uns zukommt. Die 350 Quadratmeter Produktionsfläche zum Start hielten wir ewig für ausreichend“, erinnert sich Peter Schiekel. Bruder Gert ergänzt: „Als wir die ersten Bankbürgschaften über eine Million als Startkapital unterschrieben, hatten wir doch ein beklemmendes Gefühl. Zum ersten Mal verschuldeten wir uns, eine Situation, die wir bisher nicht kannten“.

Schwierige Anfangsphase

Die Anfangsphase des jungen Unternehmens verläuft schwierig, weil sie mit gewaltigen Umbrüchen in Industrie und Mittelstand in den neuen Bundesländern zusammen fällt. Fast täglich gehen Kunden vom Markt, auch große Unternehmen, auf die das junge SPS-Management gesetzt hatte, wie das Mähdrescherwerk im sächsischen Singwitz. Außerdem fallen die Preise in den Keller. Auch für SPS wird es eng.

Um zu überleben, gibt es nur eine Chance: Neue Kunden in den alten Bundesländern zu akquirieren. „Bis tief in die Nächte und an jedem Wochenende haben wir zuhause Branchenbücher und Kataloge studiert, geschrieben, telefoniert, Messen besucht, Gespräche geführt – eine aufwändige Arbeit“. Bei der Akquise stießen wir 1993 auf einen Hamburger Unternehmer. Mit Dockweiler entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit. „Die mittelständische Firma, inzwischen bei Schwerin zu Hause, beteiligte sich an SPS, was in den schweren Jahren des Anfangs unsere Bonität erhöhte. Zusammenarbeit und Beteiligung sind auch heute noch aktuell. Die Verbindung beider Firmen wirkt sich bis heute positiv auf die Entwicklung von SPS aus“, berichtet Peter Schiekel.

„SPS hatte damals keinen Namen im Markt, so haben wir auch die Aufträge genommen, die andere nicht machen wollten“, erzählt Gert Schiekel. Vom ersten Tag an liefert SPS höchste Qualität und stets termintreu. Das erhöht Schritt für Schritt den Bekanntheitsgrad und schafft Stammkunden. Zumal SPS auch Lösungen findet, wenn andere die Hände heben oder nur eine Faustskizze dem Auftrag beiliegt. In den 15 Jahren habe das Unternehmen nicht einen Auftrag abgewiesen, erinnern sich die Brüder. So etwas spricht sich herum, bringt Aufträge und Einnahmen. 1995 wird erstmal mit 1,5 Millionen Euro (umgerechnet) ein Jahresumsatz im Millionenbereich erwirtschaft. Die Zahl der Mitarbeiter steigt auf 35.

Spezialisierung und Umzug

Das kontinuierliche Wachstum und die gesunde Entwicklung des Unternehmens beruhen vor allem auf zwei Entscheidungen von strategischer Bedeutung: Spezialisierung und Umzug. Bereits 1994 entscheiden die beiden Geschäftsführer, das Drehen von einfachen Zulieferteilen in großen Serien zu beenden und sich auf das Bearbeiten schwer zerspanbarer, rostfreier Edelstähle zu konzentrieren.

Aufwendige, hochanspruchsvolle Zulieferungen für den Anlagenbau in kleinen Stückzahlen bestimmen also schon früh das neue Produktionsprofil. An die ingenieurtechnischen und handwerklichen Fähigkeiten aller Beschäftigten werden fortan höchste Anforderungen gestellt. So ist es bis heute schwer, geeignete Fachkräfte und willige, kluge Lehrlinge zu finden. SPS ist permanent auf Suche.

Trotz mehrfachen Umbaus platzt die Produktionsstätte in Nentmannsdorf schon acht Jahren nach Firmengründung aus den Nähten. Da ein Erweiterungsbau am Ort (Landschaftsschutzgebiet) nicht möglich ist, kaufen Peter und Gert Schiekel im Jahre 2000 im nahen Gewerbegebiet Dohna ein Gebäude. Dadurch wächst die Produktionsfläche von 320 auf 790 Quadratmeter, ein Drittel der Produktion kommt nunmehr aus Dohna. Nur drei Jahre später ersteigern die Geschäftsführer ein Nachbargebäude, das nach Umbau den Raum bietet, Produktion und Verwaltung wieder an einem Ort zu konzentrieren. Im Dezember 2003 ist der Betrieb komplett von Nentmannsdorf umgezogen. Ein wichtiger Schritt für seine Entwicklung, für eine weitere Expansion. Heute wird die Produktionsfläche von 1260 Quadratmetern in Dohna schon wieder zu klein.

„Wir haben alles Geld, das wir verdient haben, wieder in den Betrieb investiert, vor allem in einen modernen Maschinenpark. Es gab kein Jahr seit der Firmengründung ohne Investitionen, insgesamt waren es in den 15 Jahren 6,4 Millionen Euro. Auch die Eigenkapitalquote wurde stets erhöht. Heute beträgt sie 29,5 Prozent. Entscheidend für die positive Entwicklung seit Betriebsgründung war, dass wir klug überlegt einen Schritt nach dem anderen getan haben“, ziehen die beiden Geschäftsführer Bilanz.

Blick in die Zukunft

Und wie sieht die Zukunft aus? Geschäftführer Dr. Peter Schiekel: „Wir wollen und werden weiter wachsen. Unsere Firma ist gesund, im Markt inzwischen anerkannt. In drei, vier Jahren werden wir 100 Beschäftige haben, die einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro realisieren. Voraussetzung dafür ist, dass wir den Markt weiter intensiv bearbeiten, um neue Kunden zu akquirieren. Im Markt ist immer Bewegung – wir müssen es auch sein“.

Geschäftsführer Gert Schiekel: „Wir wollen unseren Ertrag weiter verbessern, was mehr Effizienz in den Betriebsabläufen erfordert. Außerdem werden wir die Zahl der Kunden erhöhen, für die wir A-Lieferant sind. Und noch etwas: Jetzt sind wir ein klassischer Teilelieferant. Wir möchten uns schrittweise als Produzent kompletter Baugruppen empfehlen“.

Fazit: Im 15. Jahr ihres Bestehens ist SPS Schiekel Präzisionssysteme ein modernes leistungsfähiges mittelständisches Unternehmen. Die Zeichen stehen auch in Zukunft auf Wachstum. Die baldigen Bauarbeiten im Gewerbegebiet Dohna sind nur ein Beleg.

Der Autor ist freier Fachjournalist.

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