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Wasser nutzen – nicht entsorgen

Abwasserwiederverwertung – Bund bringt neue Fördermaßnahme auf den Weg

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Eignen sich aufbereitete Abwässer z.B. für die Bewässerung von Nutzpflanzen?
Eignen sich aufbereitete Abwässer z.B. für die Bewässerung von Nutzpflanzen? (Bild: © Vasily Merkushev/Fotolia.com)

Mit „WavE“ und „Multi-ReUse“ fördert der Bund Technologien zur Kreislaufführung von industriell genutztem Wasser, die Aufbereitung von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser sowie die Wiederverwendung von behandeltem kommunalem Abwasser. Worum geht es im Detail?

Die Verfügbarkeit von Wasser ist schon heute begrenzt und regional sogar rückläufig – u.a. aufgrund von Verschmutzung und Übernutzung von Wasserressourcen, des Klimawandels sowie der ungleichen Verteilung der Wasservorräte. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung“ (WavE) auf den Weg gebracht.

Ziel ist es, das Missverhältnis zwischen steigendem Wasserbedarf und begrenzten Wasserressourcen auszugleichen und der Wasserverknappung zu begegnen. Zur nachhaltigen Erhöhung der Wasserverfügbarkeit sollen in Verbundprojekten mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis neue Technologien, Verfahrenskonzepte sowie Managementstrategien entwickelt werden.

Als besonders zielführend werden die Kreislaufführung von industriell genutztem Wasser, das Aufbereiten von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser sowie das Wiederverwenden von behandeltem kommunalem Abwasser gesehen. Besondere Bedeutung kommt der Übertragbarkeit der technologischen und konzeptionellen Ansätze auf andere Standorte mit ähnlichen Randbedingungen zu, auch im Hinblick auf die Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Technikmarkt.

13 Verbundprojekte

Gefördert werden 13 Verbundprojekte. Eines davon ist „Multi-ReUse“. Dahinter steckt die Idee, gereinigtes Abwasser einfach wiederzuverwenden, anstatt es wie bisher in den Fluss zu leiten. Dieses Brauchwasser hätte zwar nicht zwangsläufig Trinkwasserqualität, könnte aber in der Industrie, für die Landwirtschaft und zur Grundwasseranreicherung wieder verwendet werden. Wo Forschungsbedarf besteht: Der Partikelgehalt oder die Nährstoffkonzentration in aufbereitetem Abwasser sind zwar aus Umweltsicht unproblematisch, für die industrielle Nutzung allerdings häufig zu hoch. Und in der Landwirtschaft können beispielsweise die Konzentration von gelösten Ionen oder hygienische Bedenken die Verwendung von gereinigtem Abwasser einschränken.

Vor diesem Hintergrund haben sich der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) mit den Forschungspartnern IWW Zentrum Wasser, dem Biofilm Centre der Universität Duisburg-Essen (UDE) und den Ausrüsterfirmen Inge, IAB Ionenaustauscher Bitterfeld (eine Lanxess-Tochter) – und De.EnCon zusammengeschlossen und entwickeln flexible Verfahrensketten zur Produktion von definierten Wasserqualitäten und Wassermengen. Insbesondere kommen Verfahrenskombinationen aus dem Bereich der Membrantechnologie zum Einsatz. Parallel dazu werden schnelle und zuverlässige Monitoring-Verfahren zur Prozesskontrolle und Qualitätsüberwachung von hygienerelevanten Parametern entwickelt. Die praktische Umsetzung erfolgt am Standort der Kläranlage Nordenham in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem OOWV.

Der Verbundpartner ISOE (Institut für sozial-ökologische Forschung) konzentriert sich auf den Wissenstransfer der Forschungsergebnisse sowie auf die Konzeption einer Exportstrategie, mit der sich der in „Multi-ReUse“ entwickelte Baukasten mit seinen Innovationen weltweit vermarkten lässt.

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